Kwasniok raus! köln zieht nach dem 3:3 gegen gladbach die notbremse
Der 1. FC Köln hat sich von Lukas Kwasniok getrennt – nur 24 Stunden nach dem 3:3 im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach. Der abstiegsbedrohte Klub reagiert damit auf die sportliche Talfahrt und setzt auf einen Neuanfang mit Co-Trainer René Wagner.

Die entscheidung fiel in der nacht nach dem derby
Es war ein Spiel, das alles versprach und nichts einlöste. Das 3:3 gegen Gladbach war emotional, chaotisch, typisch Derby. Aber es reichte nicht, um den Druck vom Trainer zu nehmen. Kwasniok, der sich noch nach dem Schlusspfiff selbstbewusst als „der richtige Mann“ bezeichnete, mushe gehen. Die Leitung zog die Reißleine – und das mit Recht.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: sieben Spiele ohne Sieg, nur zwei Dreier aus den letzten 18 Partien. Ein Aufsteiger, der sich verfängt in der zweiten Saisonhälfte, in der die Ideen ausgehen und die Nerven blank liegen. Kwasniok, der beim SC Paderborn noch als taktischer Innovator galt, fand in Köln keine Antwort auf die kompakten Defensiven der Liga. Seine Mannschaft wirkte ideenlos, lethargisch, ohne Biss.
René Wagner übernimmt – ein Name, der in der Klubführung Vertrauen genießt. Der 37-Jährige kennt die Mannschaft, kennt die Strukturen, kennt den Druck. Ob er der Retter ist, bleibt offen. Aber er bekommt die Chance, den Tanker 1. FC Köln, wie Kwasniok ihn einst nannte, aus dem Strudel zu manövrieren. Der achte Abstieg der Vereinsgeschichte droht – und das in einer Saison, die nach dem ordentlichen Start plötzlich so verlief wie so viele zuvor: mit Hoffnung, dann mit Enttäuschung.
Thomas Kessler, der Sport-Geschäftsführer, vermied nach dem Spiel ein Bekenntnis. „Wir müssen das jetzt sachlich und rational analysieren“, sagte er. Die Analyse ist abgeschlossen. Die Konsequenz ist Kwasniok. Der Klub handelt – und das ist das Mindeste, was man von einem Traditionsverein erwarten darf, der sich selbst nicht mehr erkennt.
