Valverde zieht bilanz: padel-kämpfe bei vinicius machen real madridstark
„Nächste Runde gewinnt unser Team.“ Fede Valverdes Satz fällt, nachdem er auf dem neuen Padel-Platz in Vinicius’ Haus den letzten Smash geholt hat. Er meint nicht nur das Match. Er meint die Saison. Er meint Real Madrid.

Ein sofa, ein octagon, 150 euro im topf – so wird aus zweifel wieder siegeswillen
Vor Wochen noch brodelte es im Klub. Auswärtspleiten, Kreuzbanddrama, Bellinghams Schulter – all das nagte an der Stimmung. Dann kam Álvaro Arbeloa, sprach mit jedem Einzelnen, stellte Fragen, stellte Regeln. Und Vinicius baute in seinem Garten eine Padel-Bahn. Seitdem ist der Donnerstag frei – und trotzdem voll. Mannschaftsbus statt Strand, Schläger statt Playstation. 100 bis 150 Euro Einsatz pro Spieler, Winner takes all. Für Millionäre peanuts, für das Ego ein Dopingschub.
Letzte Woche schlich sich Juan Lebrón, Welt-Ranglisten-Dritter, in die Villa. Vinicius hatte ihn heimlich eingeladen – und als Partner auserkoren. Die Kollegen staunten, dann lachten, dann verloren. „Wer die Bahn baut, bestimmt die Regeln“, sagt der Brasilianier später mit einem Grinsen, das an die Rückwände der Umkleide erinnert.
Die Folge: Siegesserie in LaLiga, Achtelfinal-Ticket in der Champions League, und ein Derby gegen Atlético, das nach Schlusspfiff wie ein Trainingslauf aussah. „Ich will eine Familie, kein Arbeitsteam“, sagt Arbeloa. Genau das lieferte sich die Truppe nach dem 4:1 im Bernabéu: gemeinsames Abendessen, Mbappé zahlt, Babolat liefert neue Schläger, Kroos serviert die Pässe – und zwar auf dem Platz wie an der Konsole.
Poker am Vormittag, Fortnite am Nachmittag, Padel bei Nacht. Der Rhythmus ist nicht aus der Sportwissenschaft entstanden, sondern aus dem Bedürfnis, sich zu finden. Die Statistik spricht trotzdem: 17 Tore in den letzten fünf Pflichtspielen, nur noch zwei Gegentore. Die Daten sind das Papier, die Chemie ist der Stoff, aus dem Rekorde gewoben werden.
Am Sonntag gastiert Barcelona. Valverde packt die Schläger ein. „Nächste Runde gewinnt unser Team“, wiederholt er. Diesmal meint er tatsächlich das Clásico. Und wenn es nach dem aktuellen Klima im Kader geht, wird er Recht behalten – ganz ohne Lebrón als Joker.
