Valverde trägt kapitänsbinde in wembley – uruguay feiert seinen arbeitstier
Fede Valverde marschiert heute als Uruguays Kapitän ins Wembley-Stadion, wo Jude Bellinghams England auf den südamerikanischen Turbo trifft. Der 25-Jährige nimmt die Binde, weil José María Giménez auf der Bank sitzt – und weil er längst die Seele der Celeste ist.

Ein treffer, eine rote, eine botschaft
Drei Tage nach seinem Traumtor imMadrider Stadtderby und der anschließenden Roten Karte landete Valverde direkt im Teamhotel von Watford. Die Jungs warteten mit offenen Armen. Guille Varela formulierte das Kollektivgefühl: „Fede hebt die Messlatte in eine andere Dimension. Bei Real Madrid wird seine Extraklasse zur Routine – für uns ist sie ein Geschenk.“ Die Zahl 72 steht für Valverdes Länderspiele, doch die aktuelle Saison wirft einen Schatten auf alle Statistiken davor: Acht Tore in 28 Pflichtspielen für den Klub – exakt so viele wie in den ersten 71 Einsätzen für Uruguay.
England-Coach Thomas Tuchel plant Rotation. Kane, Rice und Saka sollen gegen Japan ran, hezt also die B-Elf auf Valverde, der seine jüngste Oberschenkelblessur auskurieren will. Dass Bellingham nach seiner Syndesmoseprellung wohl nur Einwechseloption bleibt, entzieht dem Duell nicht den Reiz – im Gegenteil: Die beiden Galácticos könnten sich in einem offenen Schlagabtausch gegen Ende begegnen.
Joaquín Piquérez liefert das Credo der lateinischen Wandervögel: „Wir müssen jetzt surfen, solange Fede diese Welle reitet. Wenn ihm alles gelingt, sollten wir uns an seinem Selbstvertrauen laben und England ärgern.“ Die letzte Sichtung vor dem Trainingslager in Montevideo endete 2:2, seitdem wartet Uruguay auf einen Sieg gegen eine europäische Topnation. Valverde selbst schwieg in Watford – seine Stiefel sprechen für ihn.
Um 20.45 Uhr deutscher Ortszeit pfeift Michael Oliver den Anpfiff. Für Valverde ist es der erste Einsatz als alleiniger Feld-Kapitän in einem Stadion, das große Geschichten schreibt. Ob er seine Rot-Sperre vom Clásico in Weiß vergisst oder in ein neues Kapitel überleitet, entscheidet sich an der Torauslinie von Wembley – genau dort, wo schon seine Vorgänger Forlán, Suárez und Godin die Herzen der Fans eroberten.
