Valmir matoshi: fünf tore, vier assists – und jetzt lockt italien
Valmir Matoshi spielt sich in Rekordtempo auf den Radar der Serie A. Der 22-jährige Mittelfeldspieler von FC Thun traf in 27 Super-League-Partien fünfmal, bereitete vier Treffer vor – und weckt bei Genoa und Lecce Begehrlichkeiten.
Ein berner junge, den ganz italien schaut
Seit seiner Ausbildung trägt Matoshi das Rot-Schwarz von Thun. Er kennt jeden Rasenfaser im Stadion Lachen, weiß, wie der Wind über den Seeland-Hügel pfeift, wenn er in der 70. Minute noch einmal durchstartet. Doch diese Heimat könnte bald eine Episode bleiben. Laut ultimoracalciomercato haben die Klubs aus Genua und Apulien detaillierte Dossiers angelegt, Scoutings verschickt, Kurzvideos in WhatsApp-Gruppen der Sportdirektoren gecirculated.
Die Zahlen sind schlank, aber aussagekräftig. Fünf Tore aus dem Zentrum heraus bedeuten, dass fast jeder fünfte Thuner Sieg seine Handschrift trägt. Vier Assists – zwei davon per Flanke aus dem Halbfeld, zwei nach Dribblings, bei denen er zunächst den Gegner ins Leere laufen ließ. Das ist keine statistische Laune, sondern ein Muster.

Vertrag bis 2027 – oder doch nur papier?
Der Vertrag läuft noch drei Jahre, was Thun eine verhandlungstarke Position gibt. Sportchef Andras Gurovits sagt öffentlich: „Wir planen langfristig mit Valmir.“ Dahinter aber wissen alle: Ein Italien-Wechsel würde die Ablöse in Regionen katapultieren, die dem Klub eine Nachwuchs-Campus-Sanierung finanzieren könnte. Die Summe, die in Bern kursiert: rund 4,5 Millionen Euro, plus Bonuszahlungen, sollte Matoshi 15 Serie-A-Einsätze erreichen.
Matoshi selbst schweigt, wie er es auf dem Platz selten tut. Nach dem 3:1 gegen Luzern wich er vor die Kabine, gab ein knappes „Ich fühle mich wohl hier“ ab. Seine Berater aber haben bereits Kontakt zu Federcalcio-Spielern aufgenommen, um Auswanderungsmodalitäten zu klären. Das ist Pflicht, nicht Verrat – schließlich wartet die Schweiz U21 nicht mehr auf ihn, und die A-Nationalelf ist ein Offensivkonglomerat, das ihn derzeit nicht braucht.

Thun droht das mittelfeld-löcher-problem
Fällt Matoshi weg, verliert Trainer Carlos Bernegger den einzigen Spieler, der in Ballbesitz Tempo verschiebt. Thun hat zwar mit den Brüdern Hasler und dem jungen Zuberbühler Optionen, aber keinen, der wie Matoshi diagonal durchbricht und dabei noch den Überblick behält. Die Fans wittern nach dem jüngsten Sechs-Punkte-Polster auf den Abstiegsplatz: Erst Klassenhalt, dann Verkauf. Das Management denkt umgekehrt: Je höher der Tabellenplatz, desto höher die Ablöse.
Die Entscheidung dürfte fallen, bevor die Blätter in Thun golden werden. Ende Mai endet die italienische Transferfenster-Vorbereitung; Lecce will die Mittelfeld-Lücke schließen, bevor der Kader nach Rom reist. Genoa wiederum sucht einen flexiblen Achter, der neben Morten Frendrup das Spiel aufreißen kann. Matoshi passt ins Raster – und weiß es.
Wenn er am Samstag gegen St. Gallen erneut trifft, werden 15 Scouts mit Notizblocks sitzen. Nicht nur wegen des Treffers, sondern wegen der Art, wie er ihn erzielt. Denn in Italien zählen nicht nur Zahlen, sondern die Eleganz, mit der man sie produziert. Matoshi hat beides. Und deshalb dürfte der nächste Fussball-Sommer heisser werden als jedes Berner Juli-Fest.
