Bologna schlägt roma im thriller – jetzt jagt italiano den pokat in istanbul

Das Olimpico bebte, die Kurve schwankte, und dann war es soweit: Riccardo Cambiaghi schoss Bologna in die Verlängerung und in die Geschichte. 4:3 gegen AS Roma, 6:5-Gesamtergebnis – die Rossoblù stehen zum ersten Mal seit 1999 wieder unter den letzten acht Europas. Die Spieler stürmten wie von Sirenen gezogen auf die Südtribüne, Trainer Vincenzo Italiano drückte die Faust gegen sein Ohr, als wolle er das eigene Herz rausoperieren. Er hatte vorher gesagt, sie würden „einen Berg erklimmen“. Jetzt liegt der Gipfel in Sicht, und dahinter glitzert der Bosporus.

Die buchmacher lachen nicht mehr

Admiralbet zahlt für einen Bologna-Triumph 9,00, Snai und Bet365 10,00 – vor zwei Wochen lag die Quote noch bei 21,00. Die Wettmärkte sind nervös, denn Italiano bringt etwas mit, das sich nicht in Eins-zu-Eins-Zahlen fassen lässt: Finalerfahrung. 2022 und 2023 führte er Fiorentina in die Conference-League-Endspiele, beide Male mit dem Underdog-Gen im Gepäck. „Wir spielen, als gäbe es kein Morgen“, sagte er nach dem Spiel im Mischzone-Kreis, „und genau das macht uns gefährlich.“

Aston Villa wartet im Viertelfinale, Unai Emery, der König der Donnerstagabende, vierfacher Pokalsieger. Die Villans stehen bei 2,75 – ein Satz, der nach Respekt klingt und nach Vorsicht riecht. Aber Bologna hat Villa in den letzten beiden Jahren zweimal gezwungen: 1:1 in Birmingham, 2:1 im Dall’Ara. Beide Spiele ohne Gegentor in der ersten Halbzeit, beide mit italienischem Druck nach der Pause. Ein Muster, kein Zufall.

Porto, betis und der rest der angst

Porto, betis und der rest der angst

Die Buchmacher sortieren weiter: Porto (5,00-6,00), Betis (6,50) und Celta (9,00-11,00) folgen im Ranking der Favoriten. Dahinter Nottingham Forest, ein Klub, der in der Premier League gegen den Abstieg kämpft, hier aber noch einmal den Atem der Großen spürt. Für Bologna bedeutet das: wer jetzt zittert, verliert. Die Statistik spricht eine klare Sprache: Seit Italiano das Kommando übernahm, gewann Bologna 61 % der K.-o.-Partien, in denen sie nach 75 Minuten in Führung lag. Die Quote steigt auf 78 %, wenn Cambiaghi einwechselt – ein Lebensversicherung in Stutzen.

Die nächste Hürde trägt ein britisches Akzent, doch der Blick richtet sich bereits auf den 20. Mai im Atatürk-Olympiastadion. 75.000 Zuschauer, 90 Minuten, ein Kontinent als Zuschauer. Italiano wird nicht beten, er wird rechnen: 3-4-2-1, dynamische Überladung, Freistoßvarianten aus dem Trainingsvideo Nr. 17. „Wir sind nicht mehr das Schmuddelkind“, sagte Captain De Silvestri, „wir sind der Gast, der zum Dessert kommt.“

Die Wettfreunde debattieren bereits über Kombi-Tickets: Bologna plus Real Madrid in der Champions League, Quote 34,00. Risiko pur? Vielleicht. Aber wer im März einen Berg erklommen hat, für den ist Mai nur eine Frage der Taktik. Istanbul wartet, und Italiano hat den Kurs bereits gesetzt: direkt über den Gipfel der Zweifel.