O'sullivan ballert 153: snooker-weltrekord in 56 minuten

Ronnie O’Sullivan hat die Snooker-Welt mal wieder auf den Kopf gestellt. Mit einem Break von 153 Punkten – zwei Zähler über dem eigentlich möglichen Maximum – demolierte der 50-jährige Engländer im Viertelfinale der World Open in Yushan nicht nur Ryan Day, sondern auch alle bisherigen Rekordlisten. 5:0 lautete die Zahlen nach 56 Minuten. Day kam im gesamten Match auf 38 Punkte – Statistik statt Spiel.

Freeball reicht, um geschichte zu schreiben

Der Knaller passierte in Frame eins. Ein Freeball nach einem Foul des Walisers eröffnete O’Sullivan die Tür zur 155er-Theorie. Er versenkte 14 Schwarze, zwei Pinke und schraubte die Punktzahl auf 153. Zuvor hatte Jamie Burnett mit einem 148er aus dem Jahr 2004 die Marke für unmöglich geltendes gehalten – Geschichte. „Ich habe nur gespielt, was auf dem Tisch lag“, sagte O’Sullivan später mit der lässigen Coolness, die seine Fans seit drei Jahrzehnten lieben.

Doch damit nicht genug. Weitere Breaks von 110 und 103 folgten, ehe er mit einer 95 das Match abwickelte. Die Arena tobte, Eurosport-Experte Rolf Kalb sprach von „einer anderen Galaxis“. Die sozialen Netzwerke explodierten innerhalb von Minuten: #153 war auf allen Plattformen Trending-Thema.

Halbfinale gegen trump – und die jagd geht weiter

Halbfinale gegen trump – und die jagd geht weiter

Im Halbfinale trifft „The Rocket“ nun auf Judd Trump. Für die Buchmacher ist O’Sullivan trotz seines Alters wieder Favorit. Die Quoten stürzten nach dem 153er innerhalb von Sekunden. Experten rechnen vor: Sollte er das Turnier gewinnen, wäre es sein 42. Ranglistentitel – ein Wert, der selbst im Golfsport von Tiger Woods nicht erreicht wird.

Der Sieg wirft auch Fragen auf. Kann ein Sport, der seit 1927 auf 147 Punkte getrimmt ist, mit einem 155er leben? Die World Snooker Tour kündigte bereits an, die Regelwerke nicht anzupassen. „Rekorde sind dazu gemacht, um gebrochen zu werden“, sagte WPBSA-Präsident Jason Ferguson. Die Debatte ist eröffnet.

Für O’Sullivan selbst zählt nur das nächste Match. „Ich spiele nicht für Rekorde, ich spiele, weil ich kann“, sagte er und verschwand mit einem Grinsen in den Katakomben der Halle. Die Fans wissen: Solange er auftritt, bleibt die Snooker-Welt in Bewegung. Und die 155 bleibt die einzige Zahl, die ihn noch reizt.