Untersander und sever enthüllen: so drehte bern das play-in-drama
0:2 nach 40 Minuten, 10.000 Zuschauer in der Arena, und trotzdem wusste Ramon Untersander: „Jetzt erst beginnt unser Spiel.“ Der Captain des SC Bern liefert das Rezept für die wildeste Aufholjagd dieser Play-in-Runde.
Die kabinenrede, die biel erschütterte
„Zwei Drittel gespielt, vier Tore liegen noch in der Wand“, sagte Untersander in der zweiten Pause. Kein Geschrei, keine Taktafel. Nur ein Satz: „Jeder Schuss zählt.“ Was folgte, war ein Angriff nach dem anderen, bis der Puck zweimal hinter Genoni zappelte. „Wir haben nichts neu erfunden, wir haben nur an die eigene Wucht geglaubt“, erklärt der Verteidiger, während seine Stimme noch immer rau von der kalten Arena klingt.
Auf der Gegenseite stand Mark Sever, 22 Jahre alt, Slowene, zwei Tore im ersten Spiel – und trotzdem der Enttäuschte. „Bern hat uns gedemütigt, aber wir haben mitgeholfen“, sagt er knapp. Seine Linie mit Gates und Jere lief vor dem Rückstand wie ein Uhrwerk, doch als die Berner aufdrehten, brach das System zusammen. „Wir trainieren genau diese Momente: Powerplay, Unterzahl, schnelles Umschalten. Aber wenn die Arena tobt, verlässt dich kurz die Luft.“

Der video-beweis, den keiner brauchte
Die Schiedsrichter prüften beide Treffer der Berner auf mögliche Abseitsstellung. „Wir standen mit den Schlittschuhen in der Wand, das Tor zählte – mehr wollten wir nicht wissen“, lacht Untersander. Sever dagegen schüttelt nur den Kopf: „Wenn du 0:2 führst und es am Ende 2:2 steht, warst du selbst schuld.“
Die Serie ist jetzt offen wie selten. Bern hat Momentum, Biel hat den jüngsten Torschützen. Untersander zieht die Kapuze über: „Nächstes Spiel gewinnt, wer zuerst trifft.“ Sever wirft seinen Equipment-Beutel über die Schulter: „Dann treffen wir eben doppelt.“
