Mainz verpatzt olmütz-test: 0:0 statt jubel, silas fällt schwer aus

Null Tore, ein verletzter Hoffnungsträger und ein Donnerstag, der jetzt alles entscheidet – Mainz 05 hat sich in Olmütz selbst in die Nesseln gesetzt. Die Nullnummer im Conference-League-Achtelfinale verschafft den Tschechen eine ausgezeichnete Ausgangslage, die Rheinhessen drohen auf leeren Plätzen zu landen.

Silas-drama überschattet die nullnummer

Die Szene, die am Ende alle Gespräche dominierte, passierte ohne Gegnerkontakt. Silas Katompa Mvumpa lief auf links, setzte sich durch, zog mit rechts ab – und fiel. Kein Schlag, kein Foul, trotzdem blieb der Stürmer liegen, hielt sich das Schienbein, wurde schließlich auf der Trage vom Feld. Der Jubel über seinen vermeintlichen Führungstreffer war ohnehin schon wegen Abseits abgeblasen, nun fehlt dem Offensivspieler vorerst die Beweglichkeit und Mainz seine Durchschlagskraft.

Der Verband gab sich nach der Partei auffallend wortkarg, nur so viel: „Weitere Untersuchungen folgen.“ Intern ist man pessimistisch – von einem Bänderriss bis zu einem Bruch ist alles im Gespräch. Für das Rückspiel fehlt Silas auf jeden Fall, und genau da liegt der Hund begraben: Ohne seine Sprintkraft wirkt die Angriffsreihe wie ohne Zündkerze.

Fischer bleibt stur, chancen bleiben aus

Fischer bleibt stur, chancen bleiben aus

Urs Fischer verlangte von seiner Elf, das Mittelfeld hoch zu verlegen und früh zu stören. Was in der Theorie wie ein Plan klang, verpuffte in der Praxis an Präzision. Sigma Olmütz ließ Mainz dominieren, aber eben nur bis zur letzten Drittelauflösung. Danny da Costa kam per Kopfball zweimal zum Zug – beide Male war Keeper Jan Koutny zur Stelle. Nelson Weiper, erst kurz zuvor eingewechselt, scheiterte ebenfalls an ihm. Die Szene kurz vor Schluss, als Peter Barath freie Bahn hatte und Daniel Batz mit einem Reflex rettete, zeigte: Glück und Risiko lagen gestern nah beieinander.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: fünf Torschüsse insgesamt, kein einzigemal zielstrebiges Kombinationsspiel in die Box. Das ist zu wenig, um in Osteuropa Druck zu erzeugen, und das weiß auch der Trainer. Fischer betonte nach Abpfiff, man habe „die Räume gut besetzt“, korrigierte aber sofort: „Wir müssen die letzte Passstärke erhöhen, sonst wird es eng.“

Nächste woche droht der abstiegs-k.o.

Nächste woche droht der abstiegs-k.o.

Schon am Sonntag geht’s nach Bremen, und dort steht für Mainz weit mehr als drei Punkte auf dem Spiel. Bei einer Niederlage könnte der Vorletzte den direkten Konkurrenten auf Distanz halten, bei einem Sieg wäre der Bogen wieder Richtung Mittelfeld machbar. Die personelle Lage verschärft sich: Nadiem Amiri laboriert an einer Oberschenkelblessur, Sheraldo Becker ist für die Conference League nicht zugelassen, und nun also auch Silas. Die Bank ist dünn, die Luft wird dünner.

Die Fans reagieren unruhig. Auf den sozialen Kanälen häufen sich Vorwürfe, man habe die Bundesliga vernachlässigt, um Europas Bühne zu betreten. Die Geschäftsführung weist das zurück, doch die Zahlen legen ein anderes Zeugnis vor: Seit sieben Pflichtspielen wartet die Mannschaft auf einen Sieg. Die Rechnung, mit Conference-League-Erfolgen Selbstvertrauen für den Klassenerhalt zu tanken, geht nicht auf.

Jetzt heißt es Hintern zusammenkneifen. Werder, dann Olmütz – zwei Endspiele innerhalb von fünf Tagen. Die Saison droht in der Kalenderwoche 12 zu kippen. Mainz 05 muss liefern, sonst bleibt von dem Europatraum nur die Erinnerung an ein torloses Remis und eine Trage, die Richtung Kabine rollte.