Undav schmeißt nagelsmann den ball hin – und erhält rückendeckung von doll

Deniz Undav hat gesprochen, und die Fußballrepublik hört hin. „Ich habe mit dem Bundestrainer seit der Winterpause kein Gespräch geführt. Er braucht auch nicht mit mir zu reden.“ Dieser Satz, locker vorgetragen, war ein Affront im Takt von 90 BPM – und prompt klingelt es im Sport1-Doppelpass.

Thomas Doll, 59, ohne Job seit Juni 2024, applaudiert sofort. „Er hat 15 Tore, ist der beste deutsche Schütze, kein Ja-Sager. Hut ab.“ Doll spricht das aus, was viele denken: Nagelsmanns Sturmplan hat ein Undav-Loch. Statistik statt Smalltalk – 19 Tore, 12 Assists in 34 Pflichtspielen. Mehr Argumente braucht kein Spieler.

Effenberg warnt vor nebengeräuschen

Stefan Effenberg mischt sich ein: „Wenn man das Leistungsprinzip predigt, muss man es auch durchziehen.“ Seine Empfehlung an den Stuttgarter: Weiterspielen, weitertreffen, weitertortern. „Wenn er dann nicht nominiert wird, herrscht überall großes Unverständnis.“ Die Botschaft: Lass dich nicht verrückt machen, lass Tore sprechen.

Dahinter steckt eine ernste Lage. Nick Woltemade kämpft in Newcastle mit sich selbst, Niclas Füllkrug ist bei Milan Reservist, Jonathan Burkardt kehrt gerade aus der Reha zurück, Tim Kleindienst fehlt nach zwei Knie-OPs. Deutschland besitzt gerade nur einen Heißdraht vor dem Tor: Undav.

Nagelsmanns dilemma: planstürmer gesucht, torjäger vorhanden

Nagelsmanns dilemma: planstürmer gesucht, torjäger vorhanden

Doll glaubt, Nagelsmann suche einen klassischen Zielspieler, um seine Anlaufstange zu haben. Dabei besitzt er bereits einen – nur eben mit Eigen-Skin. „Er kann aus der Tiefe kommen, aber auch vorne bleiben. Er setzt Mitspieler ein wie ein alter Hase.“ Die Frage ist nicht, ob Undav passt, sondern ob Nagelsmann umschaltet.

Am 28. Juni 2025 stand Undav zuletzt im DFB-Trikot, 0:2 in Frankreich. Sechs Länderspiele später ist sein Name nicht mal im Flüsterton gefallen. Der Sommer naht, das EM-Ticket wird verteilt. Wer nicht einsteigt, fliegt vorbei – so einfach ist die Mathematik.

Die Liga lacht aktuell über seinen Selbstbewusstsein-Freistoß. Gegen Bayern traf er dreimal, gegen Leipzig legte er zwei auf. Jeder Ball, den er versenkt, ist ein Lebenszeichen an Nagelsmann. Es liegt am Bundestrainer, ob er das Telefon nun klingelt oder weiter auf Woltemade & Co. wartet. Die Uhr tickt. Undav tickt mit – und vor allem: er trifft.