Türkei schnappt sich wm-ticket: 1:0 in pristina bedeutet 3. wm-teilnahme nach 24 jahren
Es ist geschafft! Die Türkei fährt wieder zur Fußball-Weltmeisterschaft. Nach 24 Jahren Qual-Phase und drei verpassten Turnieren in Folge reicht ein 1:0 im Rückspiel in Pristina gegen Kosovo, um sich das dritte WM-Ticket der Geschichte zu sichern. Der eingewechselte Kerem Aktürkoğlu erzielt in der 53. Minute das goldene Tor – und trifft ausgerechnet er, der kurz vor der Pause noch Gelb kassierte.

Die szene, die alles entscheidet
Orkun Kökcü zirkelt einen Flachpass in den Fünfer, Aktürkoğlu rutscht ein, der Ball kullert über die Linie. Die kosovarische Abwehr reklamiert Abseits, doch Michael Oliver winkt ab. Die türkische Bank explodiert, die Spieler stürzen sich auf den Torschützen. In der Foda-Elf bleibt nur das Kopfschütteln – die Linie stand, VAR bestätigt.
Vor 25.000 Fans im „Fadil Vokrri“-Stadion hatte die Türkei den besseren Start. Arda Güler setzt den ersten Akzent (10.), Yildiz donnert die Kugel an die Latte. Doch auch Kosovo antwortet: Asllani zieht aus 20 Metern ab, Cakir lenkt mit den Fingerspitzen an den Querbalken. Die erste Hälfte endet mit Rudelbildung – Aktürkoğlu tritt Rashica am Schädel, Oliver zückt Gelb. Die Spannung ist greifbar.
Nach dem Seitenwechsel steigt die türkische Nervosität. Foda wechselt dreimal durch, doch die Bälle prallen am kompakt stehenden türkischen Block ab. Cakir pariert gegen Rrahmani (72.), sein Gegenüber Muric blockt Güler (84.). Die Uhr tickt. Als der Schiri pfeift, brechen bei den Gästen alle Dämme. Spieler klatschen mit Anhängern, Trainer Montella tanzt mit seinem Stab. Die Rückkehr auf die große Bühne ist perfekt.
Die Statistik spricht eine klare Sprache: drei WM-Teilnahmen 1954, 2002, 2026 – und jedes Mal hat die Türkei die Gruppenphase überstanden. Die Auslosung in New York wird zeigen, ob die Serie weiterlebt. Für jetzt zählt nur: Istanbul feiert, Ankara feiert, ganz Anatolien feiert. Die 24 Jahre Wartezeit sind vorbei. Die Crescent-Stars sind zurück im globalen Fußball-Casino – und diesmal wollen sie mehr als nur ein Gastspiel.
