Turbine potsdam versinkt im freien fall: 0:3 gegen stuttgart lässt den abstieg greifbar nah werden
Der Traum vom Klassenerhalt
ist nur noch ein Schatten. Nach nur fünf Minuten war die Partie gegen Stuttgart schon gelaufen – und mit ihr vielleicht die Saison von Turbine Potsdam. Die 0:3-Heimniederlage am Sonntag war die sechste Pleite in acht Rückrundenspielen. Die Brandenburgerinnen rutschen weiter ins bodenlose Grauen der 2. Frauen-Bundesliga.Die Zahlen sind brutaler als jede Analyse: zwei Tore in 60 Sekunden, ein drittes kurz vor der Pause, danach nur noch Betreten. Daphina Redzepi und Maximiliane Rall schossen Turbine mit einem Doppelschlag innerhalb von 120 Sekunden gegen die Wand. Rosa Ruckerts 3:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff war dann nicht mehr als die logische Konsequenz einer desolaten Vorstellung.
Die spielerinnen wirkten wie gelähmt
Was danach folgte, war ein Akt der Verzweiflung. Potsdam bemühte sich, kam aber nie wirklich an. Alina Gnaedig, sonst eine Konstante in Turbines Spiel, wirkte wie gelähmt. Die Abwehr agierte kopflos, das Mittelfeld ohne Idee. Stuttgart spielte nur noch Verwaltung, hatte aber nie wirklich Mühe.
Die Tabelle lügt nicht: Platz zwölf, nur zwei Punkte vom rettenden Ufer entfernt – bei noch fünf Spielen. Die Rechnung ist einfach: Turbine muss mindestens zwei der nächsten Partien gewinnen, um die Klasse zu halten. Die Realität: Die Mannschaft hat seit November kein Spiel mehr gewonnen.

Die angst steckt tief
Die Angst steckt tief im Karl-Liebknecht-Stadion. Trainerin Sofian Chahed schickt nach jedem Spiel dieselben Sätze in die Welt: „Wir müssen an uns glauben.“ Aber Glauben allein rettet keine Saison. Die Fans wollen Tore, Punkte, Perspektive – und bekommen stattdessen lethargische Auftritte und leere Floskeln.
Am Sonntag standen nur 1.200 Zuschauer im Stadion. Die Stimmung war nicht laut, sie war resigniert. Ein Fan brüllte nach dem Abpfiff: „Das ist nicht mehr mein Turbine!“ Die Spielerinnen gaben sich tapfer, aber ihre Körpersprache verriet mehr als jedes Interview: Diese Niederlage sitzt tiefer als alle zuvor.
Die Saison neigt sich dem Ende zu, aber für Turbine wird es erst richtig dramatisch. Die nächsten Gegner: Nürnberg, Meppen, Wolfsburg II. Keine leichten Aufgaben. Und keine Zeit mehr für Experimente. Wer jetzt nicht trifft, fliegt. Punkt.
