Trieste zwingt entscheidungsspiel: 83-77-krimi gegen brescia
Triest zittert, jubelt, lebt: Mit einem 83-77 im ausverkauften PalaTrieste zerrt Pallacanestro Trieste die Serie gegen die starke Germani Brescia zurück auf 2-2 und schickt 5.200 Fans in kollektive Raserei. Am Montag fällt im PalaLeonessa die Entscheidung – und damit, wer im Halbfinale gegen Olimpia Milano ran muss.
Ross und bannan lassen brescia platzen
Die Zahlen, die wehtun: 36 Punkte kombiniert von der Ross-Bannan-Doppelpackung, dazu ein Sissoko, der mit 15 Punkten und 9 Rebounds an der Double-Double-Grenze nagt. Das reicht, um Brescia’ Übermacht zu brechen – trotz eines irrwitzigen Schlussviertels von Nunn, der in vier Minuten 11 Punkte versenkte und die Gäste auf 68-67 heranbrachte.
Doch Trieste antwortet mit Nerven aus Stahl. Ramsey trifft den ersten Dreier des Abends, Toscano-Anderson versenkt aus dem Corner die K.o.-Triple – 80-77, 38 Sekunden auf der Uhr. Burnell vermasselt den Ausgleich, der Ball rollt ins Seitenaus, das PalaTrieste explodiert. Serie geht in die Verlängerung.

Palla perdu, palla persa – brescia erstickt im ballverlust-sumpf
Was keiner auf dem Schirm hatte: Die Gäste schenken den Ball 19 Mal her – allein 11 bis zur Pause. Jeder Ballverlust schmeckt nach Fastbreak, nach offener Dreier-Parade, nach Selbstverstümmelung. „Wir haben uns ins Knie geschossen“, brummt Trainer Taccetti später vor der Mixed Zone. „Wenn du in Trieste so leichtsinnig wirst, bestraft dich das Publikum – und die Jungs von der Adria.“
Dabei lief es lange gut. Mobio zündet im zweiten Viertel einen 7-0-Run, Brescia enteilt auf plus elf (22-33). Doch Ross riss das Momentum zurück, Bannan versenkte Fade-away um Fade-away, und plötzlich stand es 35-38 zur Pause. Die Leonessa verlor den Faden – und nie wieder die Nervosität.
Montag um 20:30 uhr – ein einziges spiel für alles
Nun steht ein Game-5 an, ein 40-Minuten-Knockout, der die Playoff-Bahnen neu zeichnet. Milano wartet bereits, die Tickets für die Semifinals liegen bereit. Trieste hat Heimvorteil verspielt, Brescia den Schwung – und beide Teams wissen: Eine schlechte Minute kann die Saison beenden.
Christian Schneider
