Trier stoppt freien fall mit 106:97-feuerwerk in braunschweig
Die Gladiators Trier haben ihre Playoff-Träume wiederbelebt – mit einem 106:97-Kantersieg im Keller der Liga. Nach drei Pleiten in Serie schlugen sie die Löwen Braunschweig nieder, die damit weiter im freien Fall sind.
Spielverlauf: trier dreht 43:37-pausenrückstand
Die Partie begann wie erwartet: Braunschweig, seit Wochen ohne Kompass, aber voller Verzweiflung. Die Löwen starteten mit einer 8:0-Run, ließen Trier früh alt aussehen. Doch der 19:25-Rückstand nach dem ersten Viertel war ein Trugschluss. Steven Ashworth, sonst eiskalt, versenkte im zweiten Abschnitt einen Dreier nach dem anderen – und trotzdem ging Trier mit 37:43 in die Kabine.
Die zweite Hälfte war ein Monolog der Moselaner. Maik Zirbes, 36 Jahre alt und mit Knien voller Tape, verwandelte sieben Freiwürfe in Serie. Als Nolan Adekunle mit einem Steal-plus-Foul das 60:60 erzielte, brach im Volkswagen Halle ein ersticktes Aufstöhnen aus. Die Löwen waren fertig, Trier erst am Anfang.

Schlussspurt: 46 punkte im vierten viertel
Die letzten zehn Minuten waren kein Basketball mehr, sondern eine Demontage. Jordan Roland traf aus jeder Lücke, George King blockte Oluwasimisola Shittu zweimal in 45 Sekunden. Bei 100:85 war die Halle leerer als bei einem ProB-Spiel. Die 106 Punkte sind Saisonrekord für Trier – und die 97 kassierten die meisten, die Braunschweig je in dieser Saison zuließ.
Die Zahle lügen nicht: Trier traf 56 % aus dem Feld, 42 % von draußen und hatte nur neun Ballverluste. Braunschweig? 18 Turnovers, 29 % Dreierquote, und eine Defense, die aussah, als hätte sie vergessen, wie man switcht.

Was das bedeutet: playoffs jetzt wieder möglich
Mit dem Sieg springen die Gladiators auf Platz sieben – vor dem direkten Konkurrenten Hamburg Towers, die am Mittwoch in die SWT-Arena kommen. Ein Sieg dort, und Trier wäre erstmals seit Februar wieder in den Top six. Für Braunschweig bleibt nur die Erkenntnis: Wer 97 Punkte kassiert, der kann nicht gewinnen – und wer so verteidigt, der steigt ab. Die Löwen rutschen auf 3-25 und sind jetzt vier Siege vom rettenden Ufer entfernt.
Stefan Fischer, TSV Pelkum Sportwelt
