Hoeneß schießt scharf: nagelsmanns wm-vorbereitung katastrophal?

München – Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern, hat die Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft auf die anstehende Weltmeisterschaft scharf kritisiert. Sein Urteil: Die Mannschaft sei noch nicht auf Weltklasse-Niveau und der Bundestrainer müsse endlich zur Selbstreflexion greifen. Ein Ausrutscher, der die Gemüter erhitzen dürfte.

Fehlende konstanz und fragwürdige personalentscheidungen

„Die deutsche Mannschaft hat noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt – das werfe ich Julian auch vor“, wetterte Hoeneß im DAZN-Interview. Er deutete an, dass die ständigen Wechsel und Experimente des Bundestrainers die nötige Eingespieltheit verhinderten. „Wenn man zu einer Weltmeisterschaft fährt und keine wirkliche Weltklasse-Mannschaft hat, was wir im Moment aus meiner Sicht nicht haben, dann kann man nur über das Teamgefüge erfolgreich sein.“ Das bedeutet, dass die Spieler sich blind vertrauen müssen, eine Einheit bilden – etwas, das Hoeneß derzeit vermisst.

Besonders alarmierend für den ehemaligen Bayern-Boss ist der Mangel an Klarheit in der Mannschaft. „Ich sehe weder hinten noch vorne eine klare Linie“, kritisierte er. Die Frage nach dem etatmäßigen Mittelstürmer, dem Torwart und den Außenverteidigern bleibt unbeantwortet. Oliver Baumann, Joshua Kimmich und David Raum werden zwar genannt, doch das wirft weitere Fragen auf, anstatt sie zu beantworten. Die Unsicherheit ist greifbar.

Die zahlreichen Ausfälle aufgrund von Verletzungen haben Nagelsmann zwar in die Bredouille gebracht, doch Hoeneß sieht darin keine Entschuldigung. Vielmehr bemängelt er, dass der ehemalige Bayern-Trainer zu wenig bereit sei, eigene Fehler einzugestehen. „Er war leicht beleidigt“, so Hoeneß über ein kürzliches Gespräch. „Ich hoffe einfach, dass er darüber nachdenkt.“

Selbstkritik als schlüssel zum erfolg?

Selbstkritik als schlüssel zum erfolg?

Hoeneß betonte, dass er Nagelsmann keineswegs herbeiern wolle. Vielmehr hoffe er, dass der Bundestrainer die Kritik konstruktiv nimmt und daraus lernt. „Ihm fehlt ein bisschen diese Bereitschaft, zuzuhören und anzunehmen“, sagte er. Das Team stehe vor einer gewaltigen Aufgabe, und nur durch Selbstkritik und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, könne der Erfolg gelingen. „Er wird mit seinen Entscheidungen leben müssen. Wenn er erfolgreich ist, bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Wenn nicht, dann wird es für ihn schwer.“

Die WM in Katar steht vor der Tür. Die Erwartungen sind hoch, doch die Zweifel an der Leistungsfähigkeit der deutschen Mannschaft wachsen. Ob Nagelsmann die Kurve noch kriegen kann, bleibt abzuwarten. Die Zeit drängt.