Tottenham zieht notbremse: de zerbi soll feuerwehrmann spielen

Roberto De Zerbi sitzt in Mailand, doch sein Handy steht nicht still. Tottenham will ihn sofort. Nach dem Tod von Igor Tudors Vater und der anschließenden Trennung stehen die Spurs ohne Chef da – und nur einen Punkt über dem Abstieg.

Warum de zerbi plötzlich doch einsteigen könnte

Er hatte Nein gesagt, aus Respekt, aus Prinzip. Doch die Premier League ruft lauter als jede Moral. Daniel Levy lockt mit einem Rettungs-Bonus, der sich sehen lassen kann: bis zu vier Millionen Pfund winken, falls der Klub am 38. Spieltag noch oben bleibt. Das ist kein Zufall. Das ist ein Notanker.

De Zerbi kennt die Gefilde. 2022 und 2023 ließ er bei Brighton die Liga aufhorchen – Pressing mit Ball, ein offenes Visier, Punkte gegen City und Liverpool. Die Taktik steckt ihm in den Knochen, die Sprache sowieso. Tottenham braucht keine Sommer-Revolution, es braucht Ergebnisse in den restlichen sieben Partien.

Die Kalkulation ist schonungslos. Andrea Berta, neuer Technik-Direktor, hat die Scouting-Daten auf seinem Laptop: nur 1,04 Punkte pro Spiel unter Tudor, 12,8 Schüsse erlaubt pro 90 Minuten – Platz 17 der Liga. Die xG-Differenz ist negativ seit Dezember. Zahlen, die einen Sportdirektor schlaflos machen.

Die uhr tickt im norden londons

Die uhr tickt im norden londons

Am 12. April geht’s gegen Fulham. Wer dann noch zögert, hat verloren. Deshalb die 24-Stunden-Frist. Levy will spätestens am Samstagmittendurch die Presseagenturen einen Kandidaten durchsickern lassen, der Mut macht: Pochettino raus, Iraola zu teuer, De Zerbi bleibt das einzige Aushängeschild, das sofort liefern kann.

Die Spieler haben WhatsApp-Gruppen. Son Heung-min schickte gestern Nacht ein GIF von De Zerbi, wie er auf der Seitenlinie wedelt – eindeutig. Die Kabine ist offen, sie will jemanden, der den Kurs kennt und nicht erst im Sommer Powerpoint-Präsentationen schwingt.

Doch die Frage nagt: Lohnt sich das Risiko? Scheitert er, klebt der Makel an ihm fest. Rettet er die Spurs, ist er der Held – und kann im Juli verhandeln, wo er will. Die Ablöse für Marseille war Null, das Gehalt würde bei sieben Millionen Euro netto liegen, plus eben jener Klassenerhalt-Bonus, der die Gesamtsumme auf über zehn Millionen treibt.

Italienische Medien berichten, er habe Giuseppe Riso, seinen Berater, gebeten, die Angebote aus Saudi-Arabien und dem FC Turin auf Eis zu legen. Ein Indiz. Ein leiser Schulterschluss mit der Insel, die ihn einst feierte und ihn nun erneut ruft.

Der Countdown läuft. Tottenham hat sechs Tage, bis der Spielplan wieder Dampf macht. De Zerbi hat 24 Stunden, um sich zwischen Ferien und Feuerwehr zu entscheiden. Wenn er auflegt und Ja sagt, wird die Premier League einen neuen Anti-Held bekommen – einen, der mit der Angst spielt und dafür bezahlt wird, sie zu besiegen.