Celta schreibt geschichte: europa-league-halbfinale und champions-league-platz greifbar nah

Die Galicier jagen zwei Träume auf einmal. Nach dem 3:1 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Freiburg steht Celta vor dem zweiten Europa-League-Halbfinale seiner Geschichte – und in LaLiga kauert der Klub auf Platz sechs, nur drei Punkte hinter Atlético Madrid. 41 Zähler nach 29 Spielen, ein Punkt mehr als im vergangenen Jahr, als Europa die Belohnung wurde.

Ein kalender, der spaltungen erzeugt

Die Restprogramm-Liste liest sich wie ein Thriller: Zu Hause empfängt Celta Oviedo, Elche, Levante und den FC Sevilla – alles Teams, gegen die Balaídos dieses Saison zu einer Festung wurde. Doch die Auswärtstermine sind ein Berg ohne Gipfel: Valencia, Barcelona, Villarreal, Atlético und Athletic warten. Die Statistik lügt nicht: Celta holte 63 Prozent der Punkte im eigenen Stadion, nur 37 Prozent fernab von Vigo.

Die Zahlen sind hart, aber die Wahrheit ist schärfer. Trainer Claudio Giráldez betont nach jedem Training, dass 43 Punkte das Minimalziel bleiben. Dabei könnte bereits die 47-Marke reichen, um die Königsklasse zu erreichen – ein Szenario, das vor zwei Monaten noch als Hirngespinst galt. Die Abwehr hat sieben Tore weniger kassiert als im Vorjahr, der Angriff nur einen Treffer weniger erzielt. Das Ergebnis: ein Gleichgewicht, das selbst der finanzielle Abgrund zwischen Celta und den Top-4 überbrückt.

Europas nächte verändern die beine

Europas nächte verändern die beine

44 Pflichtspiele hat Celta bereits absolviert – zwei mehr als in der gesamten Vorsaison. Die Europa League frisst Kraft, liefert aber Adrenalin. Das Rückspiel in Freiburg wird zur Zerreißprobe: Wer gewinnt, spielt am 1. Mai im Halbfinale. Die Spieler spüren es. Ilaix Moriba und Fran Beltrán jagten Pedri im Camp-Nou-Duell über 11,8 Kilometer – ein Wert, der in Spanien nur von Jude Bellingham übertroffen wurde.

Die zehn Europacup-Teilnahmen des Klubs sind kein Schmuckstück, sondern ein Erbe. 1970 das UEFA-Cup-Halbfinale gegen Arsenal, 2004 das Viertelfinale gegen Barça, 2017 das Viertelfinale gegen Genk – jedes Mal schrieben die Célticos Geschichte gegen größere Namen. Diesmal ist Freiburg der Gegner, derklare Außenseiterrolle passt. Die Quadratur des Kreises: Liga-Auswärtsschwäche versus Europa-Heimstärke. Die Lösung steht in 90 Minuten in Baden-Württemberg.

Celta steht am Scheideweg. Reicht die Energie für beiele Wettbewerbe? Die Antwort liegt in der Tiefe des Kaders. Mit 21 Jahren ist Luca de la Torre der Jungspund, der die Veteranen trägt. Mit 36 Jahren ist Hugo Mallo der Kapitän, der die Jugendlichen schiebt. Dazwischen klafft eine Generation, die gelernt hat, dass große Spiele nicht große Namen brauchen – sondern große Herzen. Das nächste Kapitel beginnt am Sonntag im Estadio Carlos Tartiere. Danach zählen nur noch Siege.