Torreense: vom zweitligisten zum pokal- und aufstiegskandidaten!
Ein Fußballmärchen schreibt sich in Portugal: Der Sport Clube União Torreense, ein Verein aus der zweiten portugiesischen Liga, steht kurz vor dem historischen Triple. Nur wenige wussten vor Saisonbeginn, was dieser Verein leisten könnte, doch nun träumt Torreense vom Aufstieg in die Primeira Liga und dem Gewinn des Taça de Portugal – und das innerhalb weniger Tage!
Ein trainerwechsel als initialzündung
Die Wende kam mit der Verpflichtung von Manu Pozo. „Ich habe mich entschieden, etwas Neues zu wagen. Ich habe gerisikot und es hat sich ausgezahlt, obwohl niemand glaubte, dass wir etwas erreichen könnten“, so der Coach, dessen taktische Finesse und motivierende Ansprache das Team zu Höchstleistungen anspornen. Mit 20 Toren und sieben Vorlagen in 66 Spielen ist Pozo zweifellos einer der Schlüsselspieler dieser außergewöhnlichen Saison.

Barcelona-talent und europäische ambitionen
Ein weiterer Baustein des Erfolgs ist Arnau Casas, ein ehemaliger Jugendspieler des FC Barcelona. Der Spanier, der bereits in Schweden (Sarpsborg) und den Niederlanden (Cambuur) Erfahrungen sammelte, schloss sich Torreense an und ist begeistert von dem, was hier entsteht. „Wir spielen um den Taça, um uns für Europa zu qualifizieren und aufzusteigen. Das ist Wahnsinn!“, erklärt Casas, der die Euphorie im Team und in der Stadt teilt.

André sabino: „die beste saison überhaupt“
André Sabino, der Sportdirektor von Torreense, ist stolz auf das, was sein Team geleistet hat. „Erschaffen in der Copa del Rey und gleichzeitig um den Aufstieg zu kämpfen, ist die beste Saison überhaupt für einen Zweitligisten. Niemand ist jemals so weit gekommen“, betont Sabino, der die harte Arbeit und den unbedingten Willen der Mannschaft hervorhebt.

Finale gegen sporting und entscheidung über den aufstieg
Am morgigen Dienstag (18:15 Uhr) trifft Torreense im Finale des Taça de Portugal auf den portugiesischen Rekordmeister Sporting CP. Bereits am Donnerstag steht dann die Rückpartie der Aufstiegspartie gegen Casa Pia an, nach dem 0:0 im Hinspiel. Ein strahlender Mann in der Mannschaft ist Manu Pozo, der jedoch leider verletzungsbedingt das Pokalfinale verpassen wird.

Prioritäten: aufstieg oder pokal?
Die Frage, ob der Aufstieg in die Primeira Liga oder der Gewinn des Taça de Portugal Vorrang hat, beschäftigt die Fans und Experten gleichermaßen. „Wir sind ehrgeizig und werden an beiden Fronten unser Bestes geben“, betonen die Spieler von Torreense unisono. Doch Sportdirektor Sabino gibt zu: „Torreense spielt seit 1992 nicht mehr in der Primeira Liga und bestreitet seit 1956 kein Pokalfinale mehr. Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass der Aufstieg nicht das Hauptziel ist. Er könnte den gesamten Verein transformieren.“
Ein spanisches erfolgsrezept
Torreense ist mehr als nur ein Fußballverein – es ist eine Familie. Neben Arnau Casas und Manu Pozo gehören auch Alejandro Alfaro, Javi Vázquez, Luis Quintero, Unai Pérez und Musa Drammeh zum spanischen Kern des Teams. „Wir sind wie Brüder“, sagt Arnau Casas, der die enge Verbundenheit und den Teamgeist betont. Der Verein setzt auf die Revaluierung von Spielern und die Verbesserung ihrer Lebensumstände.
Die stadt steht kopf
Die Begeisterung in Torres Vedras ist grenzenlos. „Die Nachbarn bitten mich um Karten für das Pokalfinale. Sie sind ausverkauft!“, erzählt Arnau Casas. „Wir haben noch nie so viele Zuschauer im Stadion gesehen, selbst bei Auswärtsspielen. Es ist unglaublich“, fügt Manu Pozo hinzu. Die Fans träumen von einem historischen Triple und dem Aufstieg in die portugiesische Elite.
Sollte Torreense tatsächlich aufsteigen, müssten umfangreiche Umbaumaßnahmen am Estadio Manuel Marques durchgeführt werden. Im schlimmsten Fall müsste der Verein sogar ins benachbarte Rio Maior ausweichen – wo zufällig Casa Pia seine Heimspiele austrägt. Ein ironisches Schicksal, das die Spieler mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis nehmen: „Als Kinder: Wer gewinnt, behält das Feld!“, scherzt Arnau Casas.
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