San marino: legenden fürchten das ende ihrer ära
Ein Schock für den
kleinen Fußballstaat San Marino: Die UEFA plant, die Qualifikationsspiele für Europameisterschaften und Weltmeisterschaften so umzustrukturieren, dass Begegnungen mit Top-Nationen wie Deutschland, England und Italien der Vergangenheit angehören könnten. Für Spieler wie Andy Selva, die das Nationaltrikot über Jahrzehnte getragen haben, bedeutet dies den Verlust einer einzigartigen Motivation und Bühne.
Ein abschied von den david-gegen-goliath-duellen
Andy Selva, Rekordtorschütze San Marinos mit acht Toren in 73 Länderspielen, feiert gerade seinen 50. Geburtstag. Doch statt mit Jubelstimmung ist er besorgt. Die geplanten Reformen der UEFA, die nach der Europameisterschaft 2028 in Kraft treten sollen, würden die Chance auf Begegnungen mit den europäischen Spitzenmannschaften für kleinere Nationen wie San Marino drastisch reduzieren. Die UEFA rechtfertigt dies mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, doch Selva sieht darin eine Gefahr für die Inspiration und den Traum vieler junger Spieler.
„Diese Spiele sind alles für uns“, betont Selva. „Sie sind die höchste Bühne, auf der wir spielen können. Sie sind der Grund, warum wir uns engagieren, große Träume haben und uns dem Fußball widmen.“ Die Erinnerungen an historische Momente – wie der Treffer San Marinos gegen England nach nur acht Sekunden im Jahr 1993 oder das Unentschieden Liechtensteins gegen Portugal 2004 – sind tief in der Fußballgeschichte verankert. Für die Fans, wie die leidenschaftliche „Brigata Mai 1 Gioia“, sind diese Spiele ein Fest der Emotionen und des Zusammenhalts.
Es ist ein bitteres Geschenk zum Geburtstag für Selva. Die neuen Formate würden nicht nur die Möglichkeit nehmen, gegen die Großen zu spielen, sondern auch die Magie des Fußballs selbst mindern. Denn gerade in diesen Begegnungen, in denen vermeintlich amateurhafte Mannschaften den vermeintlichen Weltklassespielern begegnen, entstehen oft unvergessliche Momente. Die Motivation, sich gegen vermeintlich übermächtige Gegner zu beweisen, ist ein wesentlicher Bestandteil des Sports.
Die Entscheidung der UEFA steht noch nicht in Stein gemeißelt, muss aber im September vom Komitee noch endgültig abgesegnet werden. Doch die Sorge um die Zukunft des kleinen Fußballstaates San Marino ist bereits jetzt groß. Ob die UEFA auf die Bedenken der Spieler und Fans hört, bleibt abzuwarten. Die Gefahr besteht, dass eine ganze Generation von Fußballern um ihre Träume und ihre Inspiration betrogen wird.
