Von valdebebas zum höhenflug: carvajals weg – und das schicksal seines jugendfreunds

Ein Foto, das Geschichte schrieb: Dani Carvajal, damals elf Jahre alt, bei der Grundsteinlegung des Estadio Santiago Bernabéu. Ein Junge, der aus der Jugendakademie aufstieg und zu einer Legende wurde. Doch er war nicht allein. Neben ihm stand ein anderer talentierter Nachwuchsspieler, dessen Weg eine völlig andere Richtung einschlagen sollte. Eine Geschichte von Träumen, Entscheidungen und dem unerbittlichen Anspruch des Madrids.

Ein gemeinsamer startpunkt: zwei jungen, ein traum

Alejandro Merino, damals 14 Jahre alt und Basketballer, teilte diesen historischen Moment mit Carvajal. „Uns wurde es nach einem Training mitgeteilt. Wir waren als Vertreter der Jugendabteilung eingeladen“, erinnert sich Merino. Kein Casting, keine großen Versprechungen – lediglich die Anerkennung für Einstellung, Führungsqualitäten und seine offene Art. „Man sagte mir, ich sei wegen meiner positiven Ausstrahlung ausgewählt worden, weil ich mit allen, Trainern und sogar Spielern anderer Teams gut auskam.“

Merino führte ein Leben, das für einen Teenager alles andere als normal war. Zwischen Schule, dem öffentlichen Nahverkehr und intensiven Basketballtrainings schaffte er es, sein Abitur zu machen und sogar mit seiner Band 'Los Doner Ke Funk' musikalisch aktiv zu sein. „Wenn ich darüber nachdenke, weiß ich nicht, wo ich die Zeit hernahm“, gesteht er.

Zurück in Valdebebas erinnert sich Merino an einen Wirbelwind aus Fotografen, Spielern des ersten Teams und Medienvertretern. „Carvajal war kleiner, schüchterner. Ich erinnere mich an einen blonden Jungen mit Kurzhaarschnitt“, schmunzelt er. Und obwohl die beiden kaum miteinander sprachen, erinnert er sich mit einem Augenzwinkern, dass er „bei dem Catering am besten gegessen“ habe.

Die hürden des madrids: mehr als nur talent

Die hürden des madrids: mehr als nur talent

Die Fotografie von Valdebebas hat eine enorme symbolische Bedeutung erlangt. Einer der Jungen wurde zu einem der erfolgreichsten Sportler der Madrider Vereinsgeschichte (27 Titel), während der andere einen anderen Weg einschlug. „Die Leute schicken mir das Foto immer noch und machen sich über mich lustig: ‚Schau mal, Carvajal auf dem Gipfel und du hier‘“, lacht Merino. Doch er betont, dass er stets dankbar für seine Zeit beim Real Madrid ist. „Dort wurden meine Werte geschmiedet: Engagement, Teamgeist, Einsatz, Opferbereitschaft und Freude am Spiel.“

Merino wusste, dass sein Engagement beim Madrids wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein würde. Nach seiner Zeit in der Jugendabteilung spielte er in Alcobendas, Casvi und kehrte schließlich nach Tres Cantos zurück. Anders als viele, die in der weißen Jugend ihren Traum verfolgen, nutzte er die Gelegenheit, andere Facetten des Lebens zu erkunden: Bergsteigen, Klettern, Trailrunning, CrossFit, Reisen, alpine Rettungseinsätze und Musik.

„Ich denke oft, wenn ich Profi geworden wäre, hätte ich viele der Dinge nicht erlebt, die ich erlebt habe“, sagt Merino. Heute ist er Sportlehrer, Koordinator und Abteilungsleiter an einer internationalen Schule in Madrid. Er treibt weiterhin Sport und spielt mit seiner Band La Sugarera Musik. Vielleicht liegt hier der Schlüssel zu seiner Geschichte: Er hat nicht alles erreicht, aber er war trotzdem glücklich.

„Es hat mich auch gelehrt, dass man, wenn man so sehr auf etwas fokussiert ist, das so viel Zeit und Mühe erfordert, Dinge verpasst: Zeit mit Freunden, Ausgehen, Fernsehen, Schulausflüge, andere Sportarten, um Verletzungen zu vermeiden.“

Das Foto taucht immer wieder auf, zu Jubiläen von Valdebebas, in Videos über Carvajal oder in Reportagen über die Zeitkapsel, die in die Fundamente des Estadio Santiago Bernabéu eingelassen wurde. Dann kommen die Nachrichten zurück. „Sie schicken mir das Foto und machen einen Witz.“ Merino lacht und fügt hinzu: „Wenn ich heute die Zeitkapsel öffnen könnte, würde ich ein Foto meines Teams hineinlegen. Denn das war das beste Team der Welt.“