Cordón verlässt sevilla: ein meisterstück der schadensbegrenzung?

Antonio Cordón hat einen überraschenden, aber wohlweighsenden Schritt getan: Er verzichtet auf die ihm verbleibenden zwei Jahre Vertrag beim Sevilla FC, um eine reibungslose Übergabe an seinen Nachfolger zu ermöglichen. Ein ungewöhnlicher Akt der Großzügigkeit, der nun Fragen aufwirft, aber gleichzeitig die Professionalität des Managers unterstreicht.

Ein erbe von sparmaßnahmen und sportlichem überleben

Ein erbe von sparmaßnahmen und sportlichem überleben

Cordón übernahm den FC Sevilla in einer Situation, die an aussichtslos grenzte. Die finanzielle Lage war desolat, die sportliche Zukunft ungewiss. Die Schatten von Monchi, dem legendären Sportdirektor, lasteten schwer auf dem Verein. Doch Cordón bewies, dass auch mit begrenzten Mitteln Wunder möglich sind. Er verstand es, eine Mannschaft zusammenzustellen, die nicht nur die Klasse hielt, sondern auch das Potenzial für eine positive Entwicklung aufweist.

Seine Strategie war klar: Verkaufen, was geht, und dann mit dem Erlös eine schlagfertige Truppe formen. Der Abgang von Stars wie Badé und Lukebakio schmerzte, aber er ermöglichte es, die Schuldenlast zu reduzieren und den Verein zu stabilisieren. Cordón holte Spieler, die hungrig waren und sich mit dem bescheidenen Budget arrangierten. Ein Meisterstück der Schadensbegrenzung, muss man sagen. Die Verpflichtung von Odysseas Vlachodimos beispielsweise, entpuppte sich als Volltreffer.

Die Mentalität war das A und O. Cordón verstand es, die Köpfe der Spieler zu gewinnen und eine starke Bindung zum Team aufzubauen, ohne dabei in den Rampenschein zu treten. Er ließ die Spieler und den Trainer sprechen, während er im Hintergrund die Fäden zog. Diese Zurückhaltung wurde von einigen Medien unterschätzt, doch sie trug maßgeblich zum Erfolg bei. Er überzeugte Januzaj und Marcao, Gehaltsabstriche zu machen, ohne ihre Motivation zu beeinträchtigen – eine Leistung, die seinesgleichen sucht.

Die Entlassung von Jorge Almeyda war ein riskanter Schachzug, der sich letztlich ausgezahlt hat. Unter der Leitung von García Plaza gelang es dem Team, die Trendwende zu vollziehen und die Klasse zu sichern. Cordón hat bereits die Weichen für die Zukunft gestellt: die Verpflichtungen von Sangante und Juan Iglesias sind bereits fix, während die Verpflichtung von Patrik Mercado gefährdet ist.

Es bleiben noch einige Aufgaben zu erledigen, wie beispielsweise die Verlängerung der Verträge von Castrín, Oso und Nemanja Gudelj. Doch Cordón hat seinen Job erfüllt. Er hat den FC Sevilla vor dem finanziellen Ruin bewahrt und die sportliche Stabilität wiederhergestellt.

Cordón verlässt den Verein zu einem Zeitpunkt, an dem ein neuer Verantwortlicher die Fäden übernehmen kann. Sein Abschied ist ein Zeichen von Größe und Professionalität. Die Bilanz liest sich eindrücklich: ein Team gerettet, eine finanzielle Basis geschaffen und ein Weg für die Zukunft aufgezeigt.