Töpken lässt 1860 in der 90. minute zittern – aufstiegsrückstand wächst auf fünf punkte

Die Löwen haben sich selbst gebissen: Nach 89 Minuten voller Einsatz kassierte der TSV 1860 München beim MSV Duisburg den späten K.-o. Thilo Töpken schob den Abpraller vom Pfosten über die Linie, das Schienbein von Keeper Marco Hiller kam zu spät. Die Pleite schleudert die Münchner auf fünf Punkte Rückstand zum Tabellendritten – und wirft die Frage auf, ob diese Saison doch nur ein einziges Aufstiegs-Märchen bleibt.

Jacobsens elfmeter rettet nicht – tugbenyo trifft den pfosten, töpken trifft die nerven

Jacobsens elfmeter rettet nicht – tugbenyo trifft den pfosten, töpken trifft die nerven

Joshua Bitter hatte die Zebras per Kopfball in Führung gebracht, Thore Jacobsen glich per Strafstoß aus. Doch dann der Standard, die Unordnung, der Nachschuss. Jesse Tugbenyo donnerte die Kugel gegen den linken Pfosten, Töpken stand goldrichtig. Die Schrecksekunde dauerte bei den 3 500 mitgereisten Löwen-Fans nur eine Sekunde, die Nachwirkungen werden bis Montag andauern.

Was niemand erwähnt: 1860 dominierte die erste Hälfte, ließ Kevin Volland am Pfosten hängen und verpasste es, das Spiel früh zu entscheiden. Duisburg wirkte angeschlagen vom 1:5 gegen Hansa Rostock, aber der MSV besann sich auf die zweite Halbzeit, als die Zweikampfführung lauter wurde als die eigene Unsicherheit.

Die Statistik ist hart: Erste Niederlage seit dem Februar-Debakel gegen Stuttgart II, erstes Auswärtsspiel ohne Punkt seit dem Winter. Die Löwen verlieren nicht nur zwei Zähler, sondern auch Jacobsen, der in der Nachspielzeit Gelb-Rot sah und gegen Unterhaching fehlt.

Für Angelika Klein, die das Geschehen von der Presse tribüne aus verfolgte, bleibt ein fader Beigeschmack: „Wir haben die Richtung vorgegeben, aber nicht den Sack zugemacht. In der 3. Liga bestraft dich das spätestens in der 90. Minute.“ Die Saison ist nicht vorbei, aber die Uhr tickt lauter als vor dem Spiel. Fünf Punkte Rückstand bedeuten: 1860 muss jetzt sieben Mal gewinnen, während Duisburg dreimal stolpert. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 11,3 Prozent – laut Datenanalyst Opta ein Wert, der selbst Optimisten schlucken lässt.