Taube stoppt werder: mainz 05 fliegt mit 2:0 davon

Ein Vogel verrückt den Abwehrspieler, ein Tor fällt, das Stadion verstummt. Werder Bremen kassiert gegen Mainz 05 das 0:1, weil Marco Grüll kurz vor dem Gegentreffer eine Taube auf dem Rasen beobachtet. Die Mainzer nutzen die Sekunde der Ablenkung eiskalt und feiern am Ende einen 2:0-Auswärtssieg, der sie auf Platz 13 katapultiert.

Die taube, der fehler, die wende

Paul Nebel köpft nach sechs Minuten zur Führung, doch die eigentliche Hauptdarstellerin ist gefiedert. Grüll, eigentlich zuständig für Phillipp Mwene, zögert, weil ein Tier auf dem Grün landet. Mwene nutzt den Moment, flankt, Nebel trifft. Die Szene ist symptomatisch für einen Nachmittag, an dem Bremen nie wirklich ankommt.

Daniel Thioune hatte seine Elf nach zwei Siegen mit breiter Brust aufs Feld geschickt. Doch die Mainzer Presse zerriss früh die grün-weißen Anlaufversuche. Leonardo Bittencourts Lattenschuss in der 12. Minute bleibt der einzige Aufreger des ersten Durchgangs. Danach dominiert Mainz mit beherzten Zweikämpfen und schnellen Gegenstößen.

Lee trifft, werder stottert

Lee trifft, werder stottert

Nach der Pause die gleiche Geschichte. Sheraldo Becker schlägt eine Flanke, Jae-sung Lee drückt das Leder über die Linie. Die Bremer Abwehr wirkt wie gelähmt, die Tribüne verstummt. 25.000 Stimmen erstarben, als klar wurde: Der Höhenflug ist vorbei, der Abstiegskampf zurück.

Mainz feiert den dritten Auswärtssieg der Saison, Trainer Urs Fischer atmet auf. „Wir haben die richtige Balance zwischen Kampf und Spiel gefunden“, sagt er nach Abpfiff. Für Werder heißt es nun: Kopf hoch, aber schnell. Am Samstag geht es nach Wolfsburg, wo Punkte Pflicht sind, sonst wird die Taube zur Metapher für eine Saison, die abzustürzen droht.