Werder versinkt im mainzer sumpf: 0:2 im keller-krimi, bremen jetzt talfahrt
Null Tore, null Idee, null Punkte. Werder Bremen hat das Keller-Duell gegen Mainz 05 mit 0:2 verloren und sich selbst tiefer in den Abstiegsstrudel gezogen. Die Bremer wirkten vom Anpfiff an wie eingefroren, die Mainzer wie befreit. Nach 90 Minuten stand das Weser-Stadion unter Schock: Platz 16, drei Punkte zum rettenden Ufer, und die Rückrade ist längst kein Selbstläufer mehr.
Die schwarze serie nimmt kein ende
Trainer Ole Werner hatte vor der Partie von „Final-Charakter“ gesprochen, doch seine Elf spielte wie in einem Testspiel ohne Druck. Bereits nach 23 Minuten lag Werder durch ein Eigentor von Mitchell Weiser zurück. Nach der Pause schlug Lee Jae-sung in der 67. Minute den zweiten Nackentreffer. Die Bremer hatfen 72 Prozent Ballbesitz – und doch wirke jeder Angriff planlos. Mainz dagegen lauerte auf Konter und traf zweimal.
Die Statistik wird zum Horrorfilm: Kein Sieg seit acht Spielen, erst 18 Tore in der Rückrunde, das schlechteste Heimteam der Liga. Die Fans piffen, die Spieler schauen leer. Sportchef Clemens Fritz stand nach Abpfiff lange in der mixed zone, die Antworten wurden immer kürzer. „Wir müssen uns fragen, ob wir die nötige Mentalität haben“, sagte er halblaut. Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie ein Geständnis.

Was jetzt zählt, ist reine mathematik
Die Tabelle lügt nicht: Werder hat 25 Punkte, der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 beträgt nur zwei Zähler. Es warten Auswärtsspiele in Leverkusen und Dortmund, dazwischen das Pokal-Viertelfinale in Stuttgart. Die Belastung wächst, der Kader schrumpft. Mit Marvin Ducksch fiel schon wieder ein Leistungsträger aus, Miloš Veljković laboriert an der Schulter. Die medizinische Abteilung arbeitet auf Sichtfahrt.
Doch Zahlen sagen nur die Hälfte. Die andere ist das Gefühl: Werder wirkt wie eine Mannschaft, die sich selbst nicht mehr glaubt. Die Bälle rollen quer statt nach vorne, die Köpfe sinken früh. Selbst der Ausgleich in der 88. Minute gegen Freiburg letzte Woche war nur ein Strohfeuer. Jetzt folgt das nächste Debakel, und die Saison rutscht in die Phase, in der Charakter gefragt ist – oder eben nicht vorhanden ist.
Am Ende bleibt die nackte Erkenntnis: Werder Bremen ist nicht mehr der große Traditionsklub, der sich selbst rettet. Der Klub ist wieder ein Kandidat für Liga zwei, und die Uhr tickt lauter als je. Die nächste Woche entscheidet über den Rest der Saison. Keine Floskeln mehr, nur noch Taten – oder der Abstieg wird Realität. Die Hansestadt atmet schwer, und das Weser-Stadion wird am Samstag wieder leer stehen, wenn die Mannschaft zum Training fährt. Dann zählt nur eins: Punkte in Leverkusen – oder der Knoten platzt endgültig.
