Union stolpert nach freiburg – baumgart zittert um den klassenverbleib

Steffen Baumgart versucht, cool zu wirken. „Wir bekämpfen das mit guter Laune“, sagt er, aber die Zahlen sind gnadenlos: ein Sieg aus den letzten zehn Spielen, nur vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Für Union Berlin ist das Auswärtsspiel beim SC Freiburg bereits ein Endspiel im März.

Freiburgs festung vs. berlauer notlage

Freiburgs festung vs. berlauer notlage

Die Schwarzwald-Stätte ist seit 16 Heimspielen unbesiegt. Breisgauer Fans feiern ihre Europa-League-Mannschaft, während die Köpenicker mit improvisierter Abwehr antreten müssen. Leopold Querfeld sitzt gelb-gesperrt in der Kabine, Diogo Leite lahmt auf der Tribüne. Frederik Rönnow, sonst Fels in der Brandung, fehlt mit Muskelbündelriss – Matheo Raab bekommt den Karrieretest.

Die Statistik spricht für Union: sechs Spiele ohne Niederlage gegen Freiburg. Doch das ist Geschichte, gemütlich erzählt in sonntäglichen Talkrunden. Aktuell zählt nur die Gegenwart: Wer schießt die Tore? Wer hält die Null? Wer trägt die Anspannung über neunzig Minuten?

Steffen Baumgart wartet auf die Antworten. Seine Laufschuhe quietschen auf dem Rasen, während er die Startelf diktiert. In der Offensive setzt er auf Kevin Behrens und Jordan, hinten vertraut er auf Robin Knoche und den jungen Paul Jaeckel. Die Marschroute lautet: früh stören, zweikampfstark bleiben, Chancen eiskalt nutzen.

Freiburgs Christian Streich hingegen kann aus dem Vollen schöpfen. Vincenzo Grifo plant die nächsten Freistöße, Michael Gregoritsch fordert Bälle in die Tiefe. Die Elf ist eingespielt, der Drei-Punkte-Plan klar: Union unter Druck setzen, die Lücken zwischen Khedira und Skarke ausnutzen.

Am 26. Spieltag geht es um mehr als drei Zähler. Für Union geht es um die Luft im Abstiegskampf, um den Glauben nach dem Winter-Debakel, um die Frage, ob die Alte Försterei nächste Saison erstklassigen Fußball bietet. Für Freiburg geht es um den Europapokal, um Bestmarke, um das eigene Momentum.

Pfiff um 15:30 Uhr. Dann wird klar, ob Baumgarts Optimismus reicht oder ob die Breisgauer ihre Heimserie ausbauen. Die Antwort dauert 90 Minuten – und könnte die Richtung der Saison für beide Klubs bestimmen.