Tatum steht nach achilles-segen wieder auf dem parkett
298 Tage hat Jayson Tatum gehumpelt, gehofft, geschwiegen. Am Donnerstag war es soweit: Der 26-Jährige lief beim 120:100-Erfolg der Boston Celtics gegen Dallas wieder auf – und traf sofort. 15 Punkte, zwölf Rebounds, sieben Assists. Die Zahlen klingen bescheiden, sind aber ein Statement.
Ein knall im td garden
Die Menge im TD Garden brach schon bei der Einwurf-Eröffnung in Jubel aus. Tatum hatte sich das Datum selbst ausgesucht, wie er später gestand: „Ich habe einen Kreis um den 6. März gemalt. Mehr wollte ich nicht wissen.“ Die Celtics hatten ihren Superstar vermisst wie kaum einen anderen – die Offensive war in der Zeit nur auf Platz 14 der Liga gerutscht, die Defensive wackelte.
Gegen die Mavericks zeigte sich sofort, warum. Tatum nahm sich das erste Pick-and-Roll, zog in den Zweilinienbereich, passt diagonal nach außen – Derrick White verwandelt den Dreier. Die erste Aktion, perfekt choreografiert. „Er sieht alles zwei Sekunden früher“, sagte Coach Joe Mazzulla. „Das haben wir vermisst wie saure Gummibärchen.“
Knicks demontieren denver, doncic liefert show ab
Während in Boston die Tränen flossen, lieferten andere Stars Glanzpunkte. In Madison Square Garden fegte OG Anunoby mit den New York Knicks die Denver Nuggets mit 142:103 vom Feld. 39 Punkte Differenz – das höchste Plus gegenüber einem Titelkandidaten seit 2016. Anunoby war mit 26 Punken und einer Plus/Minus von +43 kaum noch zu stoppen.
In Los Angeles dagegen war es Luka Doncic, der die Lakers fast im Alleingang schleppte. 44 Punkte, neun Assists, 13/19 Feld – und dennoch reichte es nur zu einem 117:128 gegen Indiana. Die Lakers kassierten 42 Punkte im dritten Viertel, zogen defensiv den Kürzeren. „Wir haben ihnen Würfe geschenkt wie Weihnachtsmänner“, motzte Anthony Davis.
San antonio dreht 25-punkte-rückstand, suns kratzen an der pleite
In Texas lagen die Spurs gegen die LA Clippers zwischenzeitlich 25 Punkte zurück, ehe Victor Wembanyama loslegte. Der Franzose erzielte 28 seiner 34 Punkte nach der Pause, entschied die Partie mit einem Fade-away-Dreier 23 Sekunden vor Schluss. 116:112 – die Spurs haben nun fünf der letzten sechs Spiele gewonnen und schielen auf Play-In.
Die Phoenix Suns konnten dagegen nur mit Mühe die Pelicans mit 118:116 bezwingen. Kevin Booker (29 Punkte) rettete mit zwei Freiwurfen in letzter Sekunde. Die Suns rutschen trotzdem auf den neunten Platz, die West ist so eng wie ein Korsett.
Die Nacht gehörte aber eindeutig Tatum. 298 Tage Verletzungspause, eine Achilles-Sehne, die gerissen war wie altes Papier. Dass er zurückkommen würde, hatten viele bezweifelt. Dass er so schnell wieder der Alte sein könnte, noch mehr. Die Celtics sind wieder komplett – und der Osten wird noch mächtiger.
