Swiss-ski verliert startplätze im finale: so steht die schweiz vor dem k.o.
Die Kristallkugeln sind verteilt, die Koffer aber noch längst nicht gepackt. In Lillehammer geht es für Swiss-Ski nicht nur um Prestige, sondern um pure Existenz. 32 Startplätze waren es einmal, jetzt sind es nur noch 30 – und das, während Österreich mit offenem Visier auf die Nationenwertung jagt.
Die abwärtskurve der frauen
Corinne Suter führt das Damen-Team an, doch ihre Position auf Rang 11 in der Abfahrt wirkt wie ein Stolperstein. Lara Gut-Behramis Ausfall nagt weiter an der Substanz. Drei Plätze gingen direkt mit ihr verloren, ein weiterer durch Michelle Gisins Verletzung. Jasmine Flurys Rückkehr mildert den Schaden nur auf dem Papier. Die Tatsache: Janine Schmitt und Jasmine Flury rutschen knapp unter die Top 25, während die Konkurrenz bereits mit doppeltem Personal auf der Piste steht.
Beim Super-G werden nur zwei Schweizerinnen starten: Suter und Malorie Blanc. Der Rest schaute von weitem zu – oder war gar nicht mehr in der Lage, sich zu qualifizieren. Die Lücke, die Gut-Behrami hinterlassen hat, ist größer als einfach nur ein fehlender Startplatz. Es ist ein Machtvakuum.

Männer halten die fassade
Marco Odermatt und Franjo von Allmen liefern sich weiterhin Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Konkurrenz. Doch auch hier gibt es Risse. Justin Murisier verliert im Super-G den Anschluss, beendet die Saison auf Rang 35. Nur Loïc Meillard darf als 500-Punkte-Fahrer noch wählen, welche Disziplin er bestreitet. Die Männer kompensieren Verluste – aber nur, weil Niels Hintermann seinen Rücktritt erklärte und Alessio Miggiano möglicherweise auf den Europacup setzt.
Im Riesenslalom fehlt Gino Caviezel verletzungsbedingt. Seine Punkte fehlen, doch Luca Aerni zeigt, dass er sich in die Spezialistenriege hineinarbeitet. Thomas Tumler musste Federn lassen, während Odermatt und Meillard weiterhin die Spitze halten. Die Frauen hingegen verlieren durch Gut-Behramis Ausfall einen Platz – den Vanessa Kasper durch ihre starke Saison wieder auffüllt. Camille Rast, Kasper und Wendy Holdener bilden das Trio, das die Schweiz im Riesenslalom vertreten wird.

Slalom: das einzige licht im tunnel
Hier gewinnt Swiss-Ski tatsächlich zwei Plätze. Giuliano Fux darf nach seinem Junioren-Weltmeistertitel erstmals Weltcup-Luft schnuppern. Eliane Christen sichert sich nach starken Leistungen den zweiten zusätzlichen Startplatz. Bei den Männern bleibt Daniel Yule die Konstante – auch wenn seine Saison holprig war. Tanguy Nef und Loïc Meillard komplettieren das Trio. Mélanie Meillard rutscht zwar auf Rang 19 ab, zeigt aber in den letzten Rennen Aufschwung.
Doch der Zugewinn im Slalom ändert nichts an der Gesamtbilanz: vier Plätze weniger als im Vorjahr. 30 statt 32 Startplätze. Und das, während Österreich nur 663 Punkte hinter der Schweiz liegt. Bei noch acht Rennen ist das ein Vorsprung, der sich in Luft auflösen kann.
Die Kristallkugeln sind verteilt. Doch für Swiss-Ski geht es jetzt erst richtig um die Kugel – die in der Nationenwertung. Die Fahrt nach Lillehammer wird zur Schicksalsfahrt. Und die Zeit, um die Lücken zu schließen, wird knapp.
