Stützles punkte-karre stoppt nach 70 tagen – ottawa siegt trotzdem

14 Spiele, acht Tore, elf Assists, ein Berg von 70 Punkten – und nun heißt es in der Kabine der Ottawa Senators plötzlich wieder: Pause für Tim Stützle. Gegen Anaheim Ducks blieb der deutsche Superstar erstmals seit 22. Januar ohne Scorerpunkt, trotzdem gewannen die Senators 2:0 und halten sich in der Playoff-Renn-Lawine weiter oben.

Stützle bleibt top, nur die zahlenpause hat ihn erwischt

Die Serie war so verrückt wie die NHL es selten zulässt: 70 Tage ohne einen einzigen „0“-Abend in der Statistik-Software. Dann kommt Samstag, 14. März 2026, Honda Center, Anaheim. 17.327 Zuschauer, darunter ein Dutzend deutsche Flaggen, warten auf das 15. Schmankerl in Folge – und erhalten stattdessen ein Remake der alten Stützle-Marke: Lauf, Dribbling, Check, aber kein Tor, keine Vorlage. Die Punkte-Jagd ist gerissen, nicht aber der Einfluss.

Denn Ottawa funktioniert inzwischen auch ohne deutschen Turbo. Michael Amadio schlägt in der 24. Minute zu, Thomas Chabot erhöht sechs Minuten später. Torhüter Linus Ullmark wehrt 29 Schüsse ab, die Defensive steht so sicher wie seit Monaten nicht. Stützle? Er rackert 19:32 Minuten Eiszeit, gewinnt 58 Prozent der Bullys, leistet sich genau null Fehler – und wird nach der Schlusssirene trotzdem gefeiert, als hätte er das Siegtor erzielt.

Die Botschaft ist klar: Ottawa ist endlich mehr als ein Ein-Mann-Theater. Trainer Travis Green spricht nach dem Spiel von „Reife“ und „Tiefe“, Codes für: Wir brauchen nicht mehr zu hoffen, dass Tim jeden Abicht rettet. Die Senators liegen vier Punkte hinter dem letzten Wildcard-Platz, haben aber zwei Spiele in der Hinterhand – und einen deutschen Spielmacher, der nun Luft holt, statt bis zur Erschöpfung zu tragen.

Düsseldorf lockt – und stützle hat noch einiges vor

Düsseldorf lockt – und stützle hat noch einiges vor

Die NHL macht im Dezember 2026 Halt in NRW: Ottawa trifft am 18. und 20. Dezember in der ISS Dome auf die Chicago Blackhawks – und die Tickets sind längst zum Kultobjekt geworden. 25.000 Fans werden erwartet, darunter 3.000 Reisende aus Kanada. Stützle hat sich laut Betreuer-Team bereits eine private Loge gesichert, um Familie und Freunde aus Viersen zu versorgen. Seine Punkteserie mag gerissen sein, seine Marketing-Serie läuft auf Hochtouren.

Intern spricht man inzwischen offen von 90 Punkten Saisonziel. Bei 70 Scorerpunkten aus 68 Spielen ist das kein Wunschdenken mehr, sondern Mathematik. Die Frage ist nicht, ob Stützle die 100er-Marke knackt, sondern wann. Die Antwort lautet: vermutlich in der ersten Aprilwoche – genau dann, wenn Ottawa die Playoff-Tür aufstoßen will.

Bis dahin gilt: Wer eine Pause braucht, ist nicht schwach, sondern bereit für den nächsten Sprint. Tim Stützle hat bewiesen, dass er Monate lang tragen kann. Nun beweist er, dass er auch mal locker durchatmet – und trotzdem gewinnt. Die Serie ist gerissen, die Saison lebt. Und Düsseldorf wartet bereits mit offenen Armen.