Sturm kassiert herzschlag-niederlage – bruins verspielen playoff-chance in letzter sekunde

6,2 Sekunden. So wenig Zeit brauchte Paul Cotter, um Marco Sturm und die Boston Bruins in ein emotionales Dunkel zu stürzen. Der deutsche NHL-Pionier schaute machtlos zu, wie sein Team in Newark die Zwei-Punkte-Führung in eine 3:4-Overtime-Pleite verwandelte – und damit den letzten Atemzug der Hoffnung auf Direktplatz in den Playoffs verspielte.

Das spiel, das das prudential center erzittern ließ

Die Szeneri war Hollywood-reif: Dougie Hamilton schob den Puck quer, Jack Hughes grätschte, Cotter sprintete. Joonas Korpisalo kam heraus, blieb aber auf der Linie stehen. Cotter zog den Handschuh hoch – Tor. Die rote Lampe erlosch, die Devils jubelten, die Bruins standen mit leeren Blicken da. „Wir waren eingekreist, alles war Chaos“, sagte Cotter später, als hätte er die Dramatik gar nicht mitbekommen. „Dann hab ich auf die Uhr geschaut – und bin einfach los.“

Für Sturm war der Knockout ein Déjà-vu. Erst am Samstag hatte sein Kader eine Führung verschenkt, nun das Gleiche in Extra-Time. „Das ist frustrierend“, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen heraus. Was ihn besonders ärgerte: das Mitteldrittel. „Tag und Nacht“, so beschrieb er den Unterschied zwischen Drittel eins und zwei. „Wir wollen Tore schießen, aber wir dürfen uns nicht so verhalten. Das ist keine Top-Mannschaft würdig.“

Die bruins fallen – und der playoff-zug könnte abfahren

Die bruins fallen – und der playoff-zug könnte abfahren

Die Zahlen sind gnadenlos. Mit 87 Punkten hockt Boston auf dem letzten Wildcard-Rang – nur zwei Zähler vor Detroit, drei vor Washington. Die Devils dagegen schöpfen neue Energie: 76 Zähler, zehn Spiele Rest, theoretisch noch möglich. „Gute Teams machen das so“, erkannte Sturm an. „Ein freier Puck – und sie sind weg.“

Die nächste Partie kommt schon am Donnerstag, die Florida Panthers warten in der TD Garden. Ein Sieg würde die Bruins zumindest für 24 Stunden beruhigen, eine Niederlage könnte die Karten endgülti neu mischen. „Wir müssen lernen“, forderte Sturm. Die Uhr tickt. Und diesmal sind es nicht 6,2 Sekunden, sondern nur noch zehn Spiele, bis die Musik stoppt.