Marokko kassiert titel nachträglich: senegals afrikameister-party wird zum cas-gerangel

Ein Schlag ins Gesicht für Sadio Mané und seine Löwen: Zwei Monate nach dem dramatischen Afrika-Cup-Finale in Rabat erklärte der CAF Marokko per 3:0-Sieg zum Champion – und verwandelte Senegals Nacht der Nächte in eine Farce. Die Antwort aus Dakar kam postwendend: Berufung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS.

Warum der nachträgliche titeltausch den afrikanischen fußball spaltet

Die Geschichte liest sich wie ein Skript für eine Netflix-Doku: 18. Januar, Verlängerung, Pape Gueye schießt Senegal zum 1:0-Sieg, Mané hält den Pokal in die Kameras – fertig? Weit gefehlt. Der Knackpunkt: In der 97. Minute hatten die Senegalesen den Platz gestürmt, nachdem Schiedsrichter Mustapha Ghorbal einen umstrittenen Elfmeter für Marokko gepfiffen hatte. Tumulte, Flucht in die Katakomben, 15 Minuten Unterbrechung. Brahim Diaz verschoss, Gueye traf – doch die Marokkaner legten Protest ein.

Der CAF-Ausschuss wies den Einspruch zurück, doch am Dienstag revidierte das Exekutivkommission. Verweis auf Artikel 82: Wer das Feld vorzeitig verläst, verliert 3:0. Fertig. Der Pokal bleibt in Rabat – zumindest vorerst.

Die FSF reagiert mit juristischer Kampfmusik: „Ungerecht, beispiellos, inakzeptabel“, heißt es in der Mitteilung. Man wolle „die Integrität des senegalesischen Fußballs“ verteidigen. Die Botschaft: Wir lassen uns die Trophäe nicht einfach klauen.

Was der cas-urteilsspruch bedeutet – und warum jetzt alle zittern

Was der cas-urteilsspruch bedeutet – und warum jetzt alle zittern

Der CAS in Lausanne hat schon kuriose Fälle gesehen, aber diese Variante ist neu: Ein Finale wird nachträglich umgedreht, ohne dass das Spiel wiederholt wird. Die Juristen werden prüfen, ob der Platzverlassen regelkonform war oder ob der Protest erst Wochen später kassiert werden darf. Sollte der CAS Marokkos Titel bestätigen, wäre Manés Triumph endgültig Makulatur. Scheitert der Verband, bleibt der Pokal in Dakar – und der CAF steht als Gremium da, das seine eigenen Regeln bröckeln lässt.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob der afrikanische Fußball seine Glaubwürdigkeit retten kann. Eines steht fest: Wer auch immer den Pokal am Ende hochhält, die Narben dieses Finals werden bleiben.