Strelow versinkt im schnee, voigt rettet das gesicht
Justus Strelow schreibt sich ins ARD-Mikro, was jeder Zuschauer schon gesehen hat: „Das war mit Abstand das schlechteste Rennen, das ich je gelaufen bin.“ Drei Strafrunden, sechs zusätzliche Kilometer – und das alles schon nach dem ersten Schießen. Die Single-Mixed-Staffel in Otepää droht zum Debakel zu werden.
Norwegen läuft davon, deutschland hält sich mit mühe
Während die norwegischen Flaggen schon nach der ersten Wechselzone im Wind stehen, stapft das deutsche Duo durch Schneegestöber und Schadensbegrenzung. Vanessa Voigt stemmt sich mit zwei Nachladern gegen das Aus, übergibt als Achtzehnte und schont damit den Nationscup-Rang fünf – die magische Zahl für sechs Startplätze im nächsten Winter.
Der Vorsprung auf Finnland schrumpft, aber er bleibt: 124 Punkte, zwei Rennen vor Schluss. Das klingt nach Puffer, ist aber nur ein dünnes Eis. Ein Nuller am Donnerstag in Oslo, und die Skandinavier schnuppern dicht an den DSV-Ski-Spitzen heran.

Sturz, fehler, wiederholung: strelows albtraum im loop
Strelows Tag ist eine einzige Endlosschleife. Sturz auf der ersten Runde, drei Strafrunden am Schießstand, dann wieder Matsch im Pulverschnee. Beim Liegendanschlag folgen drei Nachlader, beim Stehendanschlag drei weitere. Die Zielscheibe zittert, die Nerven auch. Voigt übernimmt, bringt ihre Mannschaft auf Rang vier – ein kleines Wunder, gemessen an den Vorarbeiten.
Die Zuschauer im Stadion feuern trotzdem, die Biathlon-Fans sind geduldig. Sie wissen: Ein Strelow in Schussschwäche bleibt trotzdem der beste deutsche Schütze der Saison. Nur heute zieht der Abzug nicht, dafür zieht Voigt die Karre aus dem Dreck.

Jetzt zählt nur oslo: mixed-staffel als endspiel
Am Nachmittag folgt die Mixed-Staffel, am Donnerstag der Sprint auf dem Holmenkollen. Dort wird nicht nur Edelmetall vergeben, sondern auch die Zukunft der deutschen Startrechte. Die Devise lautet: Keine Strafrunde, keine Panik. Wer fünf Mal in die Loipe darf, braucht keine sechs.
Voigt lacht noch, trotz Schneebart und Erschöpfung: „Alles in allem hat es doch Spaß gemacht.“ Ironie? Kampfgeist? Beides. Denn wer nach so einem Desaster noch lächeln kann, der schießt morgen auch wieder zielsicher.
