Stolz jagt den nächsten wm-titel – doch norwegen stellt sich quer
21 Jahre alt, zwei Goldmedaillen aus Mailand im Gepäck und trotzdem wieder Silber im Sprint: Jordan Stolz zieht in Heerenveen die nächste große Gala auf, doch die norwegische Doppelfront Sander Eitrem und Peder Kongshaug schnüffelt ihm schon am ersten Vierkampf-Tag an den Kragen.
Nur ein sprint-sieg, aber die gesamtführung
Der US-Boy mit deutschen Wurzeln nahm sich im Thialf die 500 m vor, patzte dann aber über die 5000 m und wurde nur Elfter. Die Rechnung: Sprintgold reicht eben nicht, wenn die Ausdauer streikt. Dennoch liegt Stolz voran – ein Vorsprung von 0,73 Sekunden auf Eitrem klingt nach Komfort, ist es aber nicht. Denn am Sonntag folgen 1500 und 10000 m, Kongshaug gilt als König der Langstrecke.
Die Stunde der Wahrheit beginnt um 14.16 Uhr mit den 1500 m, gefolgt von der zehn Kilometer-Qual der Qualen um 16.06 Uhr. Dort wird sich zeigen, ob Stolz’ spektakulärer Speed auch die Laktatschmerzen überdeckt oder ob Norwegen das Kalkzerstören übernimmt.

Deutsches mittelfeld ohne glamour
Zehn Platz – mehr war für Gabriel Groß nicht drin. Der Sohn von Biathlon-Legende Ricco Groß schwang sich auf Olympia-Niveau, doch im Vierkampf fehlt ihm noch die Dosis Killer-Instinkt. Luca Matteo Stibenz (19.) und Tom Rudolph (22.) folgen abgeschlagen, während Felix Maly komplett fehlt. Er verzichtete nach der Suspendierung seines Trainingspartners Fridtjof Petzold, der sich öffentlich über die DESG beklagte. Statt Sport ist jetzt Schadensbegrenzung angesagt – der Verband steht mit dem Rücken zur Wand.

Takagi voran, deutsche damen abgeschlagen
Bei den Frauen diktiert Japanerin Miho Takagi das Tempo, begleitet von Norwegens Ragne Wiklund und der niederländischen Laufmaschine Marijke Groenewoud. Lea Sophie Scholz (16.) und Josie Hofmann (19.) müssen sich mit Nebenrollen begnügen. Die deutsche Eisschnelllauf-Dimension wirkt verkleinert, während Stolz um den großen amerikanischen Traum tingelt.
Heerenveen ist der letzte Showdown des Olympia-Winters 2025/26. Wer hier triumphiert, darf sich bis März 2027 Spitzenreiter nennen. Und weil der Olympia-Zyklus kurz ist, zählt jeder Sekundenbruchteil doppelt.
