Spurs vs. knicks: wemby dominiert oder towns' dreier-power?

New York und San Antonio treffen im NBA-Finale aufeinander – ein Duell der Gegensätze, das die Liga in Atem hält. Können die erfahrenen Knicks gegen das junge Talent um Victor Wembanyama bestehen? Oder schreibt "Wemby" in seinem ersten Playoff-Jahr Geschichte?

Die superstars im rampenlicht

Die Spurs setzen auf das Phänomen Victor Wembanyama, den 2,24 Meter großen Franzosen, der die NBA im Sturm erobert hat. Seine Leistungen in der Halbfinal-Serie gegen die Titelverteidiger aus Oklahoma City waren schlichtweg beeindruckend: konstant über 20 Punkte und mehr als zehn Rebounds pro Partie. Seine Kombination aus Größe und unglaublicher Beweglichkeit macht ihn defensiv wie offensiv zu einer nahezu unüberwindbaren Kraft. Neben "Wemby" stützt sich San Antonio auf De'Aaron Fox, der mit soliden 16 Punkten pro Playoff-Spiel für Ruhe im Spiel sorgt, besonders wenn es mal hektisch wird.

Die Knicks hingegen präsentieren sich als ein Team, das stärker ist als die Summe seiner Einzelteile. Sie verfügen zwar auch über zwei All-Stars, doch niemand erreicht das unglaubliche Niveau von Wembanyama. Jalen Brunson, der in der Regular Season als dritter bester Scorer der Liga hervortrat, liefert mit 27 Punkten pro Spiel weiterhin eine starke Leistung. Karl-Anthony Towns Jr. ("KAT") ist ein etablierter Center, der seine sechste All-Star-Auszeichnung in dieser Saison feiern durfte. Der US-Amerikaner ist ein moderner Big Man durch und durch: solide im Scoring, mit zehn Rebounds und sechs Assists pro Spiel – und er sollte seine Dreierwürfe sitzen haben, denn in diesen Playoffs trifft er im Schnitt jeden zweiten Distanzwurf.

Stärken und schwächen: wo liegt der schlüssel zum erfolg?

Stärken und schwächen: wo liegt der schlüssel zum erfolg?

Beide Teams zeichnen sich durch eine ausgeglichene Punktverteilung aus, mit fünf bis sechs Spielern, die in den Playoffs zweistellig punkten. Doch das Finale wird wahrscheinlich davon abhängen, wie gut die Knicks die Offensivbemühungen gegen Wembanyama umsetzen können. Der Franzose wurde nicht umsonst zum "Defensiven Spieler des Jahres" gekürt – unter dem Korb ist er kaum zu stoppen. Die Tatsache, dass die Knicks im NBA-Cup bereits gegen die Spurs angetreten sind und Anunoby gegen "Wemby" einsetzen konnten, könnte hier einen entscheidenden Vorteil bringen. Anunobys Körperlichkeit, mit der er größere Spieler vom Korb wegdichten kann, bevor sie überhaupt den Ball erhalten, könnte die Spurs' Spielweise stören.

Ein weiterer Punkt zugunsten der Knicks ist die längere Ruhephase. Sie gewannen die Conference Finals gegen Boston in nur vier Spielen und mussten seit dem 26. Mai nicht mehr auf das Parkett. San Antonio hingegen brauchte sieben Spiele, um die Thunder auszuschalten. Der Ausnahmezustand in New York ist spürbar, seit dem ersten Finals-Einzug seit 1999.

Die Spurs können sich ihrerseits auf ein insgesamt stärkeres Team verlassen. Während die Knicks in den Playoffs über sich hinauswachsen, zeigen die Spurs eine konstante Leistung. In der Regular Season holten sie neun Siege mehr als New York und bewiesen in den Western Conference Finals ihre Überlegenheit gegenüber dem amtierenden Meister.

Die kommenden Spiele versprechen ein spannendes Duell zweier unterschiedlicher Philosophien. Wird die individuelle Klasse von "Wemby" den Unterschied machen, oder werden die erfahrenen Knicks ihre Teamstärke und die Dreier-Gefahr von Towns nutzen, um die Spurs zu bezwingen? Nur die Zeit wird es zeigen.