Zverev marschiert ins halbfinale – oma natalia als glücksbringer!
Paris bebte gestern Tennis von höchster Güte, und Alexander Zverev hat sich im französischen Hauptstadtduell gegen Rafael Jodar einen Platz unter den letzten Vier bei den French Open gesichert. Der Hamburger präsentierte sich in beeindruckender Form und ist damit nur noch zwei Sätze von seinem ersten Grand-Slam-Titel entfernt – ein Traum, den er seit seiner Kindheit verfolgt.

Der neue talisman an der seitenlinie
Ein besonderes Augenmerk galt der Box von Zverev, denn dort saß die 59-jährige Irina, die Mutter seiner Mutter, und wirkte mit ihrer Präsenz wie ein neues Maskottchen. Familie spielt für Zverev eine zentrale Rolle, und er hat die Fäden seiner Karriere bewusst in die Hände seiner Familie gelegt – sein Vater als Trainer und sein Bruder als Manager.
Doch das Wetter spielte dem Deutschen gestern alles andere als in die Karten. Die Vorhersagen hatten recht: Es war kühl, lediglich 18 Grad, und Regen prasselte auf den Court Philippe Chatrier. „Ich mag Hitze. 18 Grad und Regen gehen gar nicht“, hatte Zverev vor dem Turnier bemerkt. Und tatsächlich, er musste sich den widrigen Bedingungen stellen. Das Dach des Stadions, dessen Konstruktion an den Längsseiten offen ist, ließ den Regen ungehindert herein.
Obwohl Zverev kurzzeitig die Kontrolle verlor, als Jodar einen Break gelang, ließ er sich nicht unterkriegen. Nach einer kurzen Unterbrechung, während die Schirme verstaut wurden, kehrte der Favorit mit neuer Kraft zurück. Gegen den starken Madrilenen, eingefleischten Real-Fan, reichte es vorerst nur zu einem hart umkämpften Tiebreak, den Zverev schließlich für sich entscheiden konnte. Das war der Grundstein für seinen fünften Halbfinaleinzug bei den French Open in den vergangenen sechs Jahren.
Die Zahlen sprechen für sich: Zverev spielte sein 41. Grand-Slam-Turnier und dominierte im zweiten Satz mit einem beeindruckenden 6:1. Es war eine klare Botschaft an das nächste spanische Talent – ohne jedes Mitleid. Auch im dritten Durchgang ließ der Hamburger keine Zweifel aufkommen, nahm Jodar den Aufschlag ab und servierte die Partie eiskalt aus. Nach 2:25 Stunden war es soweit: Zverev nutzte seinen ersten Matchball und steht im Halbfinale!
Wer dort auf den Deutschen wartet, entscheidet sich heute Abend (20.15 Uhr, live bei Eurosport) im Duell zwischen Jakub Mensik und Joao Fonseca. Alexander Zverev hat nun die Chance, Geschichte zu schreiben – und die Unterstützung seiner Familie wird ihm dabei sicherlich zum Erfolg verhelfen.
