Spanische paralympiker verabschiedet: audrey pascual führt team nach mailand-cortina
Offizieller abschied in madrid
Die spanische Paralympische Mannschaft, die an den Spielen in Mailand-Cortina 2026 vom 6. bis 15. März teilnehmen wird, wurde am Montag in der italienischen Botschaft in Madrid offiziell verabschiedet. Die Atmosphäre war geprägt von Aufregung und Vorfreude auf das bevorstehende Großereignis.

Audrey pascual als fahnenträgerin
Die Skifahrerin Audrey Pascual, die in dieser Saison bereits 17 Medaillen im Weltcup (10 Gold, 6 Silber, 1 Bronze) gewonnen hat und den Globus im Riesenslalom für sich verbuchen konnte, wurde zur spanischen Fahnenträgerin ernannt. Die 21-Jährige aus Madrid, die auch zwei Weltmeisterschaftssilbermedaillen (2023 und 2025 im Slalom) vorweisen kann, gilt als eine der größten Hoffnungen Spaniens auf eine Medaille bei den Paralympischen Winterspielen.

Eröffnungszeremonie in der arena von verona
Die Eröffnungszeremonie der Spiele findet am 6. März in der Arena von Verona statt, einem römischen Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Dieser historische Ort, einst Schauplatz von Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen, wird nun das Zentrum der paralympischen Bewegung sein. Die Paralympischen Spiele beginnen am selben Ort, an dem die Olympischen Spiele am 22. Februar enden.

Pascuals besonderer auftritt
Obwohl die Eröffnungszeremonie in Verona stattfindet, wird Audrey Pascual in Cortina d'Ampezzo, dem Austragungsort der alpinen Skiwettbewerbe, einziehen. Sie startet am nächsten Morgen direkt in ihre ersten Rennen. Wie bei den Olympischen Spielen werden auch hier mehrere Paraden gleichzeitig stattfinden.

Ein traum wird wahr
Audrey Pascual, die ohne Füße geboren wurde und mit der Fundación También in Sierra Nevada (Granada) trainiert, zeigte sich begeistert: „Für jeden Athleten ist die Teilnahme an Spielen ein Traum, und als Fahnenträgerin fühle ich mich besonders geehrt.“

Disziplinen und ambitionen
Audrey Pascual wird in fünf Disziplinen im Sitzski starten: Abfahrt (7. März), Super-G (9. März), Kombiniert (10. März), Riesenslalom (12. März) und Slalom (14. März). Sie ist zuversichtlich: „Ich liebe diese fünf Disziplinen und bin gut darin. Ich werde alles geben!“

Debütanten und historische chance
Neben Pascual geben fünf weitere Athleten ihr Debüt bei Winterspielen: die alpinen Skifahrer Javier Marcos und María Martín-Granizo, Snowboarder Emilio Redondo, sowie Higinio Rivero im Ski Langlauf und Biathlon. Besonders Higinio Rivero schreibt Geschichte, da er als erster Spanier an drei verschiedenen Sportarten bei Sommer- und Winterspielen teilnehmen wird. Er war bereits bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 und Paris 2024 im Kanusport aktiv.
Ziele und erwartungen
Higinio Rivero gibt das Ziel vor: „Im Biathlon wollen wir uns dem Top 10 nähern und im Ski Langlauf dem Top 20.“ María Martín-Granizo, die jüngste im Team (19 Jahre), gewann kürzlich zwei Bronzemedaillen im Weltcup und sagt: „Es ist eine große Ehre nach all der Arbeit. Mein Wettbewerb ist einer der kompliziertesten. Ich fühle mich gut und habe hart trainiert. Realistisch gesehen ist das Ziel, unter die Top 10 zu kommen.“ Javier Marcos möchte sich für ein Diplom qualifizieren und hofft vielleicht sogar auf eine Medaille.
Unterstützung und inklusion
Die spanische Delegation wurde vom spanischen Sportministerium unter Milagros Tolón, der Ministerin für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration Elma Saiz, dem Präsidenten des Obersten Sportrats José Manuel Rodríguez Uribes und weiteren Würdenträgern unterstützt. Die Ministerin Tolón betonte das Engagement der Regierung für die Chancengleichheit und die Angleichung der Medaillenprämien an die der Olympischen Spiele. Es wurde betont, dass die Athleten durch ihr Vorbild zu mehr Integration und Gleichberechtigung beitragen.
Italien als gastgeber
Der italienische Botschafter in Spanien, Giuseppe Buccino Grimaldi, betonte die Ehre, die spanische Paralympische Mannschaft in Italien willkommen zu heißen. Er hob hervor, dass die Spiele ein Treffen verschiedener Kulturen sind, die Werte wie Respekt, Loyalität und Inklusion teilen. In einer Zeit internationaler Spannungen erinnere der Sport an die Sprache des Friedens und des fairen Wettstreits.
