Spanien stampft zum wm-jahr 2026: oyarzabal, fermín und ein dress, das die kritiker schlucken lässt
Keine Träne wegen fehlender Superstars, keine Jammer-Masche – Spanien hat am Sonntag einfach weitergespielt, als wäre nichts gewesen. Ergebnis: ein 2:0, das mehr ist als drei Punkte. Es ist ein Vorspiel für Katar-Nachfolger 2026, ein Lehrstück darüber, wie Nationaltrainer De la Fuente seine Tiefe deklariert.
Oyarzabal liefert den ersten wm-gol eins – schon jetzt
Seit zwölf Monaten schießt Mikel Oyarzabal Tore, als gäbe es kein morgen. Der Außenrist-Treffer gegen Argentinien war bereits sein vierter in der laufenden Quali-Runde. Die Zahl liest sich wie ein Dementi für alle, die Spanien einen „echten Neuner“ absprechen. Oyarzabal antwortet mit Laufbahn-Turbine statt Diskussion: er presst, er legt auf, er trifft. Die Ovation, als er in der 73. Minute runterging, klang wie ein Vertrag für den Endspiel-Sturm im Juni 2026.
Daneben feierte Víctor Muñoz sein erstes Länderspiel-Tor – und wie. Hackenpass von Ferran, Außenrist, Netz zappelt. Vor zwölf Monaten spielte er noch in Segunda B, heute fordert er Yamal und Williams auf der linken Außenbahn heraus. Tempo 34,5 km/h laut GPS, keine Utopie mehr.

Fermín lópez liefert vitamin-booster statt ballast
Mit Merino und Fabián krank, rückte der 20-Jährige ins Zentrum. Keine Schönwurzeln, aber: 13,2 km Laufleistung, 33 Ballaktionen in beiden Strafräumen. Fermín ist Spanien’s persönliches Red-Bull-Fass. De la Fuente ließ ihn 90 Minuten, weil er wollte, dass die Mannschaft spürt: hier sprintet einer für alle.
Die Lehrstunde ging auf. Spanien dominierte die zweiten Bälle 62:38 – Statistik, die Stabilität vor Raumverteilung bedeutet.

Unai simón darf sich einmauern – der rest darf sich warm anziehen
Vier Keeper im Kader, nur einer spielt. De la Fuente schickt eine klare Botschaft: Wer auf 2026 plant, muss sich an Unai messen. 180 Minuten in dieser Länderspielperiode stehen ihm zu, mehr nicht. Die Konkurrenz kann sich die Hände eincremen – oder den neuen Dress kaufen.
Denn das weiße Trikot der 2026-28-Kollektion sorgt für Seltenes: Einhelliges Lob. Nach der verhassten „Banane“ von 2024 wirkt die schlichte Weiß-Rot-Kombi wie ein Palast nach der Bauruine. Adidas verkauft innerhalb von 48 Stunden doppelt so vile Units wie beim Vorgänger. Die Botschaft: Ästhetik kann nationale Stimmung heilen.

Spanien spielt sich schon jetzt frei für den 15. juni 2026
Ohne Carvajal, ohne Le Normand, ohne Nico Williams – und doch: die Startelf von Sonntag kann in 18 Monaten genau so gegen Kap Verde laufen. Die Tiefe ist kein Projekt mehr, sie ist Realität. 22 Feldspieler standen in den letzten fünf Spielen mindestens einmal von Anfang an auf dem Rasen. Keine andere Nation rotiert so konsequent.
Das Resultat: Spanien führt die Gruppe mit neun Punkten Vorsprung, die Tordifferenz lautet 17:2. Zahlen, die nicht lügen – und die Gegner warnen. Argentinien umging die Finalissima, Brasilien schaut auf den Kalender und rechnet: Wer will schon vor dem Sommer gegen diesen Gegner?
Die Rote Funkelte am Sonntagabend im Cat-Gral von Madrid, als die Mannschaft die Kurve bedankte. Kein einziger Spieler hob den Pokel hoch – sie wissen, dass der wirkliche Pokal erst in 18 Monaten in die Vitrine soll. Aber sie haben bereits den zweiten Stern im Kopf. Und die Fußspitzen schon im Jahr 2026.
