Slowenien: trainer-poker um prevc-stars droht eskalieren!
Maribor – Der Traum von weiteren Triumphen im Skisprung-Sport bleibt für Domen und Nika Prevc intakt. Doch hinter den glänzenden Medaillen und Weltcup-Siegen brodelt es in Slowenien: Die Trainerfrage für die kommende Saison ist noch längst nicht geklärt und könnte den slowenischen Verband vor eine Zerreißprobe stellen.

Ungewissheit trotz erfolgsmonaten
Die Erfolge der Prevc-Geschwister im vergangenen Winter – Domen mit dem Gesamt-Weltcup, der Vierschanzentournee, Skiflug-WM-Gold und Olympia-Gold von der Großschanze, Nika mit dem Gesamt-Weltcup, einem Skiflug-Weltrekord und zwei Olympia-Silber – hätten eigentlich eine schnelle Verlängerung der Verträge von Nationaltrainer Robert Hrogota (Herren) und Jurij Tepes (Damen) vorgezeichnen. Doch so einfach scheint es nicht zu sein. Während im deutschen Team mit Andreas Mitter bereits ein Nachfolger für Stefan Horngacher feststeht, herrscht in Slowenien weiterhin Stille.
Sportlicher Leiter Gorazd Pogorelcnik versuchte zwar, die Gemüter zu beruhigen und sprach von einer Verlängerung, die „zu 90 Prozent sicher“ sei. <Doch die internen Gespräche sind offenbar intensiver als zunächst angenommen. Statt von Verhandlungen sprechen wir eher von einer kritischen Hinterfragung der vergangenen Saison – und das bei all den Siegen! Es geht weniger um finanzielle Aspekte, sondern vielmehr darum, die Prozesse zu optimieren und das Team noch besser aufzustellen.
Ein besonderer Wunsch von Jurij Tepes ist die Ergänzung seines Trainerteams um ein zusätzliches Mitglied, das sich speziell um die Materialfragen kümmert. Dieser Punkt scheint der Knackpunkt der Verhandlungen zu sein. Pogorelcnik betonte, dass er eigentlich nur an Plan A festhalte und einen Plan B für unwahrscheinlich halte. Die letzten Details sollen bis zum 21. April geklärt sein – dann soll der Knoten endgültig gesprengt sein.
Die Dominanz der Prevc-Geschwister hat zweifellos den slowenischen Skisprungsport in neue Höhen geführt. Doch die Frage, ob der Verband in der Lage ist, eine stabile und zukunftsfähige Trainerstruktur zu gewährleisten, bleibt offen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der slowenische Skisprung-Sport einen weiteren internen Konflikt überstehen kann.
