Slot attackiert premier-league-show: standards rauben ihm den fußball-spaß

Arne Slot wirft der Premier League vor, sich zum Standard-Schaukampf verkommen zu lassen. Der Liverpool-Coach gestand nach dem 5:2 gegen West Ham, dass ihn die meisten Partien in England kalt lassen: „Die meisten Spiele bereiten mir keine Freude.“

Die neue realität: tore nach ecken statt tiki-taka

Der Niederländer liebt den Ball, nicht den Befreiungsschlag. Er schwärmt von Barça 2011, von Iniesta, Xavi, von einem Spiel, das fließt statt klatscht. Doch was er aktuell sieht, ist ein Dauer-Klopp-Sound: Einwurf, Ecke, Kopfball, Tor. Drei der fünf Treffer am Wochenende fielen nach Ecken – für Slot ein Beleg für eine Liga, die sich selbst entzaubert.

Die Zahlen bestätigen seine Magengrimme. Seit Januar hat kein Klub mehr Tore nach ruhenden Bällen erzielt als Liverpool – selbst Arsenal, die selbst ernannten Könige der Standardübung, liegen zurück. Slot profitiert, aber sein Fußballherz blutet. „Hier darf man dem Torwart ins Gesicht springen, und der Schiri sagt: Weiter geht’s. In Holland pfeift man das“, ereifert er sich.

Die ironie: ohne standards wäre liverpool im mittelmaß

Die ironie: ohne standards wäre liverpool im mittelmaß

Ohne die sieben Ecktreffer seit Jahresbeginn stünde der FC Liverpool nicht auf Champions-League-Kurs, sondern im Niemandsland der Tabelle. Die Mannschaft hat die Kunststücke von einst gegen Effizienz getauscht – ein Deal, der Slot selbst widerspricht. „Jeder kann gegen jeden gewinnen, das macht die Liga großartig“, schränkt er ein, doch die Begeisterung klingt wie ein Pflichtsatz.

Die Fans jubeln trotzdem. Sie sehen 19 Jahre nach dem „Miracle of Istanbul“ wieder eine Mannschaft, die glauben macht. Slot sieht eine Liga, die sich selbst verloren hat. Zwischen beiden Welten liegt die Wahrheit: Der FC Liverpool ist top, der Fußball darin nicht mehr der seine.

Am Ende bleibt ein Trainer, der gewinnt, aber nicht jubelt – und eine Liga, die ihre See gegen Punkte eingetauscht hat.