Frankfurt erwacht: riera schlägt zurück und jagt europa

Die Eintracht hat Freiburg mit 2:0 zerlegt – und damit nicht nur drei Punkte geholt, sondern eine ganze Saison wieder in Schwung gebracht.

Chaibi liefert den beweis: joker-tore sind kein zufall

Fares Chaibi brauchte nach seiner Einwechslung exakt 47 Sekunden, um das 1:0 zu erzielen. Es war das zehnte Joker-Tor der Hessen – ein Rekord. Coach Albert Riera hatte Höjlund und Götze bewusst laufen lassen, um Freiburgs Sechser zu plagen. Die Taktik ging auf, Chaibi und Bahoya schnappten sich das Karamell. „Wir wussten, dass sie in der Schlussphase müde werden“, sagt Riera, „und wir haben den Preis abgestaubt.“

Die Zahle lautet 71 – Prozent Zweikampfquote von Aurele Amenda. Der Schweizer räumte hinten ab, was vorne nicht lief. Auch das ist neues Frankfurt: Verteidigung ohne Theater, Angriff mit Plan.

Koch legt den finger in die wunde – und auf den reset-knopf

Koch legt den finger in die wunde – und auf den reset-knopf

Kapitän Robin Koch redet nicht um den heißen Brei herum: „Die vogelwilden Zeiten sind vorbei.“ Gemeint sind die Wochen unter Dino Toppmöller, als die Eintracht hinten wie vorne offenstand. Jetzt steht ein 4-2-2-2, das sich in eine 3-1-5-1 verbiegt, je nachdem, ob Brown oder Collins nach innen zieht. Die Abstimmung funktioniert, die Bank droht, die Liga spürt den Druck.

Sportvorstand Markus Krösche spricht von „Balance“ – ein Wort, das in Frankfurt lange verpönt war. Nun ist es Programm: Ballbesitz mit Kontrolle, Pressing mit Pausentaste. Die Fans im Waldstadion danken es mit 75 Dezibel Dauerbeschallung. Axel Hellmanns Satz klingt nach Kampfansage: „Es ist nicht schwer, dieses Stadion zu entflammen – wenn die Mannschaft endlich mal ein Zeichen setzt.“

Der restplan liest sich wie ein weg nach europa

Der restplan liest sich wie ein weg nach europa

St. Pauli, Heidenheim, Mainz, Köln, Wolfsburg – kein Gegner trägt Rot-Blau, keiner taucht aktuell unter den ersten acht. Sollte Leverkusen weiter stolpern, rückt Platz sechs in Reichweite. Dann winkt die Conference League, vielleicht sogar mehr. Can Uzun und Younes Ebnoutalib stehen vor der Rückkehr, die Bank wird noch breiter. Die Saison ist nicht gerettet – aber sie ist wieder in Frankfurt angekommen.