Sinner und darderi trainieren gemeinsam vor indian wells
Knapp fünf Wochen nach ihrem Duell bei den Australian Open stehen Jannik Sinner und Luciano Darderi wieder zusammen auf dem Platz – diesmal nicht als Gegner, sondern als Trainingspartner. Gegen elf Uhr vormittags, bei brennender kalifornischer Sonne, schlugen die beiden Italiener auf den Übungsplätzen von Indian Wells auf. Eine Entscheidung mit Kalkül.
Warum gerade diese uhrzeit kein zufall war
Wer schon einmal in der Wüste Südkaliforniens gespielt hat, weiß: Die Hitze ist kein Randdetail, sie ist ein Faktor. Sinner und Darderi wählten bewusst die heißeste Tageszeit für ihre gemeinsame Einheit – um sich an die Bedingungen zu gewöhnen, bevor der Wettkampf beginnt. Sinner, der in Doha gegen den jungen Tschechen Mensik eine überraschende Niederlage hinnehmen musste, will nichts dem Zufall überlassen. Sein erster Gegner in Indian Wells ist der tschechische Qualifikant Dalibor Svrcina – ein Grundlinienspieler, der vor allem über Rhythmus kommt. Genau das, was Darderi im Training liefert.
Für Darderi selbst war die Session mehr als nur Vorbereitung auf einen Gegner. Er kommt frisch vom südamerikanischen Sandplatzschwung, wo er zuletzt starke Ergebnisse eingefahren hat. Jetzt wartet Hartplatz. Der Wechsel verlangt Anpassung – und wer kann ihm dabei besser helfen als die Nummer eins Italiens? Darderi, mittlerweile gefährlich nah an den Top 20, eröffnet sein Turnier am Samstag gegen Francesco Maestrelli oder Rinky Hijikata.

Alcaraz trainierte nebenan – und niemand tat so, als hätte er es nicht gesehen
Was das Trainingsvideo noch interessanter macht: Auf dem Nachbarplatz, zur selben Stunde, schlug Carlos Alcaraz auf. Der zweifache Turniersieger von Indian Wells, der Sinner zuletzt genau hier besiegt hat, bereitete sich mit dem Tschechen Jiri Lehecka auf seine Auftaktpartie gegen Grigor Dimitrov vor. Alcaraz ist in diesem Jahr noch ungeschlagen. Das macht ihn nicht unbesiegbar – aber es macht ihn zur gefährlichsten Hypothek des gesamten Tableaus.
Sinner war 2023 und 2024 jeweils Halbfinalist in Indian Wells. Ein Titel fehlt noch in dieser Wüste. Darderi hingegen schreibt hier erst sein erstes Kapitel. Zwei Italiener, zwei verschiedene Missionen – aber für einen Moment am Dienstagvormittag, irgendwo zwischen Grundlinie und Aufschlagfeld, teilten sie einfach die Freude am Spiel. Das Foto, das danach kursierte, sagte mehr als jede taktische Analyse: Darderi strahlte neben dem Weltranglisten-Ersten wie jemand, der genau weiß, dass er angekommen ist.
