Sinner jagt federers sunshine-double – miami-feuerprobe gegen dzumhur
Seit Roger Federer 2017 als letzter Spieler Indian Wells und Miami in einem Atemzug gewann, hat niemand mehr den Sunshine-Double geschafft. Heute, sieben Jahre später, startet Jannik Sinner in Florida gegen den Bosnier Damir Dzumhur den Versuch, diese Marke zu knacken – und er ist heißer als jemals zuvor.
Sinner bringt komplett-crew nach miami
Während in Kalifornien nur Coach Darren Cahill an seiner Seite stand, ist nun die ganze Familie angereist: Co-Trainer Simone Vagnozzi, Fitnesstrainer Umberto Ferrara, Physio Alejandro Resnicoff. Die Maschine läuft auf Hochtouren. Nach der knappen Niederlage in Melbourne und dem frühen Aus in Doha haben sie in der Wüste von Palm Springs bei 40 °C Schwerstarbeit geleistet – gegen Krämpfe, gegen Zweifel, gegen die eigene Geschichte.
Die Zahlen sprechen für sich: 100 Siege in Masters-1000-Turnieren als erster Italiener überhaupt, zwei Titel in dieser Kategorie ohne Satzverlust – zuletzt gelang das 1990, als die Serie ins Leben trat. Doch der Blick richtet sich nach vorn. „Diese Hartplatzturniere sind meine Saison-Startsprungbrett“, sagt Sinner, „danach kommt der Schlammboden – und da weiß man nie, wer durchrutscht.“

Was dzumhur wirklich gefährlich macht
Der 33-jährige Bosnier, aktuell Nummer 76 der Welt, gilt als unangenehmer Schläger mit flacher Vorhand und schnellen Beinen. In Miami aber zählt nur das Ranking – und die Frage, ob Sinner die Antwort auf seine Return-Statistik gefunden hat. „Wir analysieren jeden Ball“, sagt er, „und ich sehe noch Luft nach oben, besonders von der Grundlinie aus.“
Fehlt nur Novak Djokovic, der viermal den Double schaffte, diesmal aber fehlt. Sinner spürt das Vakuum – und die Chance, sich in die Elite der ewigen Sonnenkönige einzureihen. Die Arena ist leer, die Hitze steigt, der Countdown läuft. Um 11:23 Uhr Ortszeit geht’s los. Wer in Miami anzugreifen versteht, der kann auch die Saison erobern.
