Sinner gegen alcaraz: das duell des jahres bei den laureus awards
Am 20. April wird in Madrid nicht nur ein Pokal vergeben, sondern eine Frage beantwortet: Wer ist der König des Sports 2025? Jannik Sinner steht im Finale der Laureus World Sports Awards – und wieder ist es Carlos Alcaraz, der ihm im Nacken sitzt.
Das rennen der giganten beginnt
Die Nominierungen sind raus, und sie lesen sich wie das Who-is-Who des globalen Sports. Doch ganz oben auf der Liste prallen zwei Tennisspieler aufeinander, die das Jahr 2025 beherrscht haben wie keine anderen: Sinner mit Australian Open und Wimbledon, Alcaraz mit Roland Garros und den US Open. Vier Grand Slams, zwei Spieler, ein Preis. Die Jury der Laureus Academy muss sich entscheiden – und die Fans bereits jetzt positionieren.
Hinter den beiden Titans treten Superstars wie Mondo Duplantis, der vier Mal die Stabhochsprung-Weltmarke überbot, oder Tadej Pogačar, der als erster Radprofi sechs Mal in Folge das Tour-de-France-Podest bestieg. Doch die Tennis-Welle ist stärker. Sie erinnert an die alten Tage von Federer und Nadal, nur dass diesmal zwei 23-Jährige den Zirkus anführen.

Italiens doppelte chance
Neben Sinner hofft auch Simone Barlaam auf den begehrten Preis. Der Paraschwimmer aus Lecco gewann 2025 vier Goldmedaillen bei der WM in Singapur – und das, nachdem er in Paris 2024 bereits drei Titel geholt hatte. „Die Finalen wurden teils um Hundertstel entschieden“, sagt er. „Das zeigt, wie hoch das Niveau ist.“ Sein Konkurrent im Wasser, der Spanier Jacobo Garrido Braun, wurde sogar Freund und Maßstab zugleich.
Ein drittes italienisches Projekt mischt in der Kategorie „Sport für das Gute“ mit: Die A.S.D. Gruppo Sportivo Valanga aus den Bergamasker Alpen nutzt Sport als Therapie für Kinder mit Behinderung. Psychologen und Trainer arbeiten Hand in Hand – ein Modell, das längst über die Regionalgrenzen hinaus Beachtung findet.

Die gewinner werden im geheimen gekürt
Anders als bei den Oscars gibt es keine Live-Show mit Umschlag und Tränen. Die Stimmen der 1.300 Journalisten und der 60 Akademie-Mitglieder fließen anonym ein, das Ergebnis wird erst am Gala-Abend bekannt gegeben. Wer also am 20. April im Museo Reina Sofía steht, weiß es vorher selbst nicht. Sinner hat sich trotzdem schon positioniert: „Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir 2025 geschafft haben. Vier Grand-Slam-Finals, zwei Titel – das war ein Traum.“
Die Quote spricht für ihn. Seit 2000 gewannen nur fünf Männer den Laureus, die zuvor in einem Kalenderjahr zwei Majors geholt hatten. Federer, Nadal, Djokovic – das sind die Vorbilder. Sinner wäre der erste Italiener überhaupt. Und das in einem Jahr, in dem er sich vom Jäger zum Gejagten verwandelt hat.
Doch Alcaraz wird sich nicht geschlagen geben. Er beendete die Saison als Weltnummer eins, holte sich in Paris und New York die begehrten Kristallpokale und ließ selbst Sinner kurz alt aussehen. Das Duell geht in die nächste Runde – und diesmal zählt nicht der Aufschlag, sondern die Sympathie der Jury. Madrid wird Zeuge einer Entscheidung, die Geschichte schreibt. Wer auch gewinnt: Das Tennis hat bereits jetzt triumphiert.
