Ölpreise steigen, gaspreise explodieren: was das für uns bedeutet

Der Krieg hat die Energiemärkte erfasst – und die Folgen spüren wir bereits an der Zapfsäule. Seit dem US-amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar klettern die Rohölpreise kontinuierlich nach oben, während der europäische Gaspreis förmlich durch die Decke schießt. Das ist kein Rauschen im Hintergrund mehr. Das ist eine Entwicklung, die direkt in unsere Geldbörsen greift.

Öl steigt, aber gas macht den größeren sprung

Am 3. März notierte das amerikanische Rohöl WTI gegen 12:30 Uhr bei rund 77 Dollar pro Barrel, der Brent-Preis bei etwa 84 Dollar. Zum Vergleich: Am 27. Februar kostete WTI noch rund 65 Dollar, Brent lag bei 71 Dollar. Ein Anstieg von sieben bis zehn Prozent innerhalb weniger Tage – das klingt moderat, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, was noch kommen könnte.

Der eigentliche Schock kommt vom Gas. Der europäische TTF-Index, der Maßstab für den Gaspreis auf unserem Kontinent, hat sich seit Freitag, den 27. Februar, bis Dienstag mehr als verdoppelt. Genauer gesagt: ein Anstieg von über 80 Prozent, von rund 32 Euro auf etwa 65 Euro pro Megawattstunde. Wer das als vorübergehende Nervosität der Märkte abtut, verkennt die Lage.

Die straße von hormuz und ihre macht über unsere preise

Die straße von hormuz und ihre macht über unsere preise

Die Schließung der Straße von Hormuz durch den Iran ist der zentrale Faktor hinter dieser Bewegung. Durch diese enge Meerenge fließen täglich rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Ist sie blockiert, wird Energie knapp – und Knappheit treibt Preise. So einfach, so brutal.

Was das für Autofahrer bedeutet, lässt sich bereits in Zahlen fassen. In den USA stieg der durchschnittliche Benzinpreis am 3. März auf 3,109 Dollar pro Gallone, nach 2,997 Dollar am Vortag – Daten der AAA. In Deutschland liegt der Vergleichspunkt bei unseren Nachbarn in Italien, wo Benzin am selben Tag 1,674 Euro pro Liter kostete, Diesel sogar 1,728 Euro. Die Prognosen für den Folgetag zeigten bereits nach oben.

Was uns in den nächsten tagen erwartet

Was uns in den nächsten tagen erwartet

Wer jetzt hofft, dass sich die Lage schnell beruhigt, sollte einen nüchternen Blick auf die geopolitische Realität werfen. Solange der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran anhält und die Hormuzstraße gesperrt bleibt, gibt es keinen strukturellen Grund für fallende Energiepreise. Die Märkte reagieren auf Angst – und Angst ist derzeit reichlich vorhanden.

Als Sportjournalist verfolge ich normalerweise andere Wettkämpfe. Aber auch ich tanke mein Auto, heize meine Wohnung und zahle Strom. Dieser Krieg ist längst nicht mehr nur eine Schlagzeile auf der Titelseite – er ist an der Zapfsäule angekommen. Und 80 Prozent mehr beim Gas in weniger als einer Woche ist eine Zahl, die für sich selbst spricht.