Gidsel: könnte er die liga mit siebenmetern sprengen?

Mathias Gidsel, der dreifache Handballer des Jahres, dominiert bei den Füchsen Berlin – und das bei Weitem nicht nur im Angriff. Seine Entwicklung ist beeindruckend, aber ein entscheidender Faktor könnte seine Leistung noch einmal auf ein neues Level heben: die Verantwortung für die Siebenmeterwürfe.

Ein torjäger ohne strafwürfe – ein ungenutztes potenzial?

261 Tore in der Handball-Bundesliga in vier Saisons, ein Schnitt von neun Treffern pro Partie – Gidsel ist eine Naturgewalt. Doch all diese Tore erzielte er ohne die zusätzliche Waffe der Siebenmeter. Tobias Gröndahl und Tim Freihöfer sind derzeit für die Umsetzung zuständig, doch ihre Erfolgsquote lässt zu wünschen übrig. Während Gröndahl eine Quote von 76,2 % und Freihöfer 73,4 % aufweist, liegen andere Spieler in der Liga deutlich vorn. Emil Jakobsen von Flensburg beispielsweise verwandelt unglaubliche 84,15 % seiner Elfmeter. Der Vergleich ist brisant.

Die Zahlen lügen nicht: Wenn Gidsel auch nur die durchschnittliche Erfolgsquote der Bundesliga-Spitze mit mindestens 40 Siebenmetern erreichen würde, stünden am Ende der Saison plötzlich 435 Tore zu Buche. Allein die Vorstellung ist atemberaubend! 371 Saisontore in den letzten fünf Spielen wären dann realistisch, wenn er seinen bisherigen Schnitt beibehält.

Ein rekord in der champions league – und ein blick in die zukunft

Ein rekord in der champions league – und ein blick in die zukunft

Gidsel bewies bereits im Champions-League-Viertelfinale seine Nervenstärke von der Siebenmeterlinie. Gegen Veszprem HC traf er nicht nur und übertraf damit den Bestwert seines Landsmanns Mikkel Hansen (141 Tore in der Saison 2015/16) mit 144 Treffern. Sein Einfluss auf das Spiel der Füchse Berlin ist unverkennbar, und die Frage, ob er die Verantwortung für die Strafwürfe übernehmen sollte, wird immer drängender.

Marko Grgic stellte in der vergangenen Saison mit 301 Toren einen neuen Bundesliga-Bestwert auf, gefolgt von Stephane Stoecklin (297) und Lars Christiansen (289). Gidsel hat das Potenzial, diese Werte zu übertreffen – wenn er auch die Siebenmeter in seine Bilanz einbezieht.

Die Füchse Berlin haben einen Spieler von Weltklasse in ihren Reihen. Es liegt an ihnen, ihm die Freiheit zu geben, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Sonst bleibt ein ungenutztes Kapital auf der Bank.