Simpson-pusey fliegt zwei spiele: gladbach-derby ohne köln-verteidiger
Der 1. FC Köln muss mindestens bis Mitte April auf Jahmai Simpson-Pusey verzichten. Der DFB-Sportgerichtshof sperrte den 20-jährigen Abwehrmann nach seinem Rempler gegen Dortmunds Jamie Bynoe-Gittens für zwei Pflichtspiele – und setzt damit die Kölner Defensive zusätzlich unter Druck.
Die szene, die alles entschied
Minute 73 im Regen von Köln. Simpson-Pusey kommt zu spät, trifft Bynoe-Gittens am Sprunggelenk, Schiedsrichter Felix Zwayer zückt Rot. Die TV-Bilder zeigen, dass der Engländer zwar den Ball berührte, aber das Tempo ungebremst mit voller Wucht mitnahm. Für das DFB-Gericht ein klarer Fall von grobem Foulspiel mit Verletzungsgefahr – keine Ermessensspielraum.
Effzeh-Coach Timo Schultz hatte post-match noch auf eine Einstufung als „normale Tätlichkeit“ gehofft, doch die Kammer folgte der Interpretation des Videoassistenten. Die Folge: Köln verliert seinen bislang stabilsten Innenverteidiger direkt vor zwei Saatkräuter-Partien, die über die Saisonzielrichtung entscheiden könnten.

Hsv-auswärtsauftrag und derby ohne bollwerk
Am Samstag geht’s nach Hamburg – Platz 6 gegen 15., ein Sechs-Punkte-Spiel im wahrsten Sinne. Ohne Simpson-Pusey rückt wahrscheinlich Julian Pauli in die Viererkette, obwohl der 22-jährige zuletzt nur zweimal 90 Minuten machte. Eine Woche später empfangen die Geißböcke Borussia Mönchengladbach – das Rhein-Derby, das die Fans seit Wochen im Kalender rot anstreichen. Die letzte Heimniederlage gegen die Fohlen liegt gerade mal 14 Monate zurück; diesmal fehlt genau jener Akteur, der in der Länderspielpause mit der englischen U-21 trainiert hatte und als „verlässlicher Lautsprecher“ auf dem Platz gilt.
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: In den 870 Minuten mit Simpson-Pusey kassierte Köln 1,03 Gegentore pro Spiel – ohne ihn 1,55. Die Causa wird intern noch einmal analysiert; Sportchef Christian Keller will „Disziplin und Aggression“ künftig stärker trennen. Denn wer in der Abstiegszone lebt, kann sich keine automatischen Roten mehr leisten.
Kurz: Die Sperre trifft Köln doppelt – sportlich und psychologisch. Und während Simpson-Pusey auf der Tribüne sitzt, müssen seine Kollegen beweisen, dass die Abwehr auch ohne ihren jungen Engländer standhält. Die nächsten beiden Wochen entscheiden, ob der Effzeh im Frühjahr nach oben schielt – oder doch wieder nach unten.
