Djokovic schwächelt, kovacevic wartet: jetzt droht die nächste falle
Die Sonne brennt noch über Indian Wells, doch die Stimmung kippt. Novak Djokovic, 38 Jahre alt, 24 Grand-Slam-Titel, müht sich in der Wüste Kaliforniens wie ein Debütant. Gegen Kamil Majchrzak, Platz 275 der Welt, brauchte er drei Sätze. Jetzt kommt Aleksandar Kovacevic – und der hat bereits Hurkacz und Moutet versenkt.
Die Zahl 72 steht hinter dem Namen des US-Boys. Das klingt harmlos. Doch Kovacevic spielt nicht wie Nummer 72. Er schlägt drauf, als hätte er Djokovic' Stundenplan studiert. Die Frage ist nicht mehr, ob der Serbe seinen sechsten Titel in Indian Wells holt. Die Frage ist: Schafft er überhaupt das Achtelfinale?
Djokovic warnt sich selbst
Der 24-Mal-Major-Sieger wischt sich den Schweiß vom Gesicht und sagt: „Ich habe nichts geschenkt bekommen, und das war gut so.“ Das klingt nach Kampfansage, ist aber ein Geständnis. Er weiß: Wer gegen Majchrzak in die Länge zieht, darf gegen Kovacevic keine Sekunde schlafen. Die Ballwechsel werden schneller, die Treffer härter. Kovacevic schlägt mit der Unbekümmertheit eines Mannes, der nichts zu verlieren hat.
Der Center Court füllt sich ab 19 Uhr Ortszeit. Die Tribünen werden kochen. Djokovic hat seit 2016 nicht mehr hier gewonnen. Die Trophäe, die er damals in den Himmel hielt, ist inzwischen verstaubt. Er will sie polieren. Kovacevic will sie klauen.
Die Statistik lügt nicht: Djokovic führt 3:0 im Head-to-Head gegen Spieler aus Kalifornien, die noch nie die Top 50 erreicht haben. Aber Statistiken interessieren Kovacevic nicht. Er schaut nach vorn, nicht zurück. Und er schlägt Vorhand-Longlines, die wie Raketen durch die Nacht zischen.
Die wüste frisst favoriten
Indian Wells gilt als „Fünftes Grand-Slam-Turnier“. Das klingt groß, ist aber ein Märchen. Die Wüste frisst Favoriten zum Frühstück. Alexander Zverev war 2021 draußen, Daniil Medvedev 2022, Carlos Alcaraz 2023. Djokovic weiß, dass er der Nächste sein kann. Seine Beine sind schwerer als vor acht Jahren. Seine Augen suchen die Linien, nicht die Lücken.
Die Uhr tickt. 19 Uhr. Kovacevic steht bereit. Djokovic atmet durch. Die Kamera zoomt auf sein Gesicht. Kein Lächeln. Nur ein Nicken. Er weiß, dass eine weitere Schlampe ihn aus dem Turnier wirft. Und dann? Dann wäre die Saison erst zwei Wochen alt, und die Frage nach dem Abschied würde lauter werden.
Der Countdown läuft. Die Wüste schweigt. In wenigen Stunden wissen wir, ob Djokovic noch einmal die Nacht überlebt – oder ob Kovacevic den nächsten großen Namen in den Sand begräbt.
