Duda schlägt 800.000-dollar-turnier aus – sorge vor chongqing

Die Nadelstiche der Weltpolitik treffen jetzt auch den Tischtennis-Weltranglistenelften. Benedikt Duda sitzt zu Hause in Bergneustadt, während in Chongqing 800.000 Dollar Preisgeld auf ihn warten – und er sie abschreibt.

Der em-zweite reagiert auf ein sicherheitslage, die der dttb mit keinem wort beschönigt

Der em-zweite reagiert auf ein sicherheitslage, die der dttb mit keinem wort beschönigt

Am Montagvormittag noch war seine Startnummer reserviert, am Nachmittag löste der Verband sie stumm ab. „Aus Sicherheitsgründen“, lautet die knappe Erklärung – mehr wollte niemand sagen, weil mehr Worte im Moment nur Öl ins Feuer gießen. Duda selbst schweigt öffentlich, was bei ihm selten ist; wer ihn kennt, weiß: Wenn er spricht, fliegen Bälle, nicht Phrasen.

Der 28-Jährige hätte am Dienstag in die Halle am Jialing-Fluss einlaufen sollen, wo 4.000 Zuschler sein erstes Gruppenspiel erwarteten. Stattdessen bleibt seinem Trio-Partner Patrick Franziska nur die Trostrolle: Er muss die deutsche Fahne alleine schwenken, während Dang Qiu am Donnerstag erst recht mit dem Gedanken spielt, dass der nächste Flug vielleicht auch ohne Warnung ausfällt.

Die Rechnung ist schnell gemacht: Ohne Duda fehlt dem Turnier der mit Abstand spektakulärste Aufschlag der Europameisterschaft, jener Flip-Top-Spin, der selbst Fan Zhendong ins Wanken bringt. Für die Veranstalter bedeutet das 2.000 verkaufte Tickets weniger und einen Livestream, der um 18 Prozent deutscher Klicks ärmer wird. Für Duda bedeutet es null Weltranglistenpunkte und ein Loch im Kalender, das er mit Trainingslagern füllt, von denen keiner zahlt.

Der DTTB spart sich ein Urteil, doch die Szene twittert schon: „Wenn schon der EM-Zweite China meidet, wie sicher sind dann die Nummern 12 bis 300?“ Die Antwort lautet: niemand weiß es. Und genau das ist das Problem, das jetzt über dem Sport schwebt wie ein Ball, der nie runterkommt.