Gold-krimi im bayerischen wald: junioren-staffel zittert sich zum sieg

3,7 Sekunden. So dünn war der Hauch, der Deutschlands Junioren-Staffel von der Heim-WM-Goldmedaille trennte. Vier Mädchen, vier Mal sechs Kilometer, ein Rennen, das bis zur Zielgeraden in Arber zitterte – und am Ende doch jubeln ließ.

Loipe der nerven: lehnung legt vor, wüstling hält fest

Johanna Lehnung lieferte ab: liegend sauber, stehend schnell, Übergabe als Zweite. Melina Gaupp, erst 17, schraubte den Vorsprung auf 19,2 Sekunden – ein Bärenjob. Leni Dietersberger verwaltete die Führung, doch die Französinnen nagten, Strafrunden hin oder her, auf 4,1 Sekunden heran. Schlussläuferin Sydney Wüstling kam ins Liegendschießen mit Zittern, rettete sich mit Nachlader. Beim Stehendanschlag zwei Fehler, Stock klapperte, Pulsschlag in der Arena mitzählen. Trotzdem: 3,8 Sekunden Vorsprung auf die letzte Runde. Was folgte, war ein Sprint, den selbst das Zielfoto kaum trennen konnte.

„Ich bin fix und fertig, gleichzeitig überglücklich“, presste Wüstling zwischen schweren Atemzügen heraus. Ihre Wangen glühten, die Stimme brach. Dahinter stand ein ganzer Tag voller Mikro-Momente: ein Patronenwechsel, ein verlorener Fokus, ein letztes Aufbäumen, das Gold bescherte.

Historisches tief im finnischen schneefeld

Historisches tief im finnischen schneefeld

Während die Junioren jubelten, rutschte die Damen-Staffel ins Debakel. In Kontiolahti kassierte Marlene Fichtner wegen eines Regelverstoßes im ersten Schießen eine zweiminütige Zeitstrafe. Vanessa Voigt fuhr als Sechzehnte durchs Ziel, 6:35 Minuten hinter der Spitze – schlechteste Platzierung der deutschen Geschichte im Frauen-Staffel-Weltcup. Die Zahlen schreien: Null Podestplätze in dieser Saison, Tendenz fallend.

Der Kontrast könnte größer nicht sein: Gold im Bayerischen Wald, Pech im finnischen Wald. Mal sehen, welches Bild die Verbandschefs morgen im Präsidium hängen lassen.