Serena zieht die karten: chivus ballbesitz könnte milan den derby-sieg bescheren

Aldo Serena, 224 Mal in Schwarz-Blau, 46 Mal in Rot-Schwarz, lacht aus dem Bauch heraus. „Ich würde morgen mit beiden Trikots rennen, Hauptsache 80 000 in San Siro brüllen wieder.“ Der 65-jährige Doppellebensträger hat die Zahlen parat: drei Scudetti, einer pro Seite, 79 Treffer für Inter, 14 für Milan. Jetzt legt er die idealen Aufstellungen beider Teams offen – und liefert Milan eine taktische Gebrauchsanweisung gegen den amtierenden Meister.

Chivus ballbesitz-idee liefert milan die räume, die es braucht

Serena sieht Inter in der Ausgangslage klar vorn. „Die Tabelle erlaubt zwei Resultate, Milan nur eins: Sieg.“ Der Grund: Inter presst hoch, zwingt die Gegner in die eigene Hälfte, spielt sich mit Calhanoglu und Barella warm. Genau das, sagt Serena, könnte Milan nutzen. „Wenn Inter den Ball länger umschichtet, rückt die Kette hoch. Dann sind Flächen für Leao und Okafor da – Milan lebt von solchen Transitionen.“

Die Rechnung geht nur auf, wenn Milan hinten sauber steht. Dafür braucht Pioli eine leidenschaftliche Version von Jashari. „Er fehlte monatelang, aber er kann beide Strafräume bedienen, ein Sechser im Körper eines Achters“, schwärmt Serena. Dennoch: „Das Zentrum ist gleichwertig besetzt, der Unterschied sitzt vorne.“ Inter rotiert mit Lautaro, Thuram, Sanchez und Arnautovic; Milan fehlt ein Kliniker, der 15–20 Saisontrener garantiert. „Pulisic war bis November der Schlüssel, seit seiner Verletzung fehlt der Dribbler, der Lücken aufreißt.“

Serenas top-xi: milan vs inter – ein kopf-an-kopf-rennen

Serenas top-xi: milan vs inter – ein kopf-an-kopf-rennen

Seine Wunschaufstellung für Milan: Maignan – Calabria, Tomori, Thiaw, Hernandez – Reijnders, Adli, Loftus-Cheek – Pulisic, Leao, Giroud. Inter kontert mit Sommer – Pavard, Acerbi, Bastoni – Dumfries, Barella, Calhanoglu, Mkhitaryan, Dimarco – Thuram, Lautaro. „Beide Teams haben internationale Niveau-Klasse, aber Inter kann wechseln, ohne Qualität zu verlieren. Milan muss an die Decke.“

Serena kennt die Druckwelle, die über die Spieler hereinbricht. „Der Lärm beginnt schon im Hotel, auf dem Weg zum Stadion schwappt er über die Autoscheiben. Wer dann noch klar denkt, gewinnt.“ Seine Prognose: „Ein Tor kann reichen. Und wenn Milan früh trifft, wird es dunkel auf der anderen Seite.“ Aus Erfahrung gesprochen: Sein letztes Derby-Tor erzielte er 1989 per Kopfball – für Inter. Milan gewann trotzdem 2:1. Genau diese Ironie sucht er auch morgen. „Derby ist Derby, die Form spielt erst in der zweiten Halbzeit eine Rolle.“