Sensationssieg in london: sawe unter zwei stunden!
London erbebte gestern: Sabastian Sawe hat die Zwei-Stunden-Marke im Marathon gebrochen und damit eine neue Ära im Langstreckenlauf eingeläutet. Der kenianische Läufer erreichte das Ziel in 1:59:30 Stunden und pulverisierte damit nicht nur den bisherigen Weltrekord, sondern auch die Erwartungen vieler Experten.
Haile gebrselassie ahnte die revolution
Schon im Juli 2023 äußerte Marathon-Legende Haile Gebrselassie seine Vermutung, dass die magische Zwei-Stunden-Marke schneller fallen würde als erwartet. Seine Prognose: „Es wird schneller gehen! Vielleicht sind es noch zwei, drei Jahre.“ Er wusste, dass es nicht nur um die Athleten geht, sondern auch um technologische Fortschritte – insbesondere bei den Schuhen und der Ernährung.
Und Gebrselassie sollte Recht behalten. Weniger als ein Jahr später stand Sawe am Start in London und bewies, dass die menschliche Leistungsfähigkeit an ihre Grenzen scheint zu stoßen, aber nicht zu brechen. Seine Zeit von 1:59:30 Stunden unterbietet den bisherigen Weltrekord von Kelvin Kiptum um beeindruckende 65 Sekunden.
„Ich habe gezeigt, dass nichts unmöglich ist“, sagte Sawe nach dem Rennen, sichtlich erschöpft, aber überglücklich. Seine Leistung ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass er Eliud Kipchoges Zeit von 1:59:40 Minuten, die unter künstlichen Bedingungen in Wien erzielt wurde, sogar noch unterbietet.

Die vier säulen des rekords
Doch wie war dieser unglaubliche Erfolg überhaupt möglich? Vier Faktoren spielten eine entscheidende Rolle:
1. Schuh-Evolution: Sawe trug den brandneuen „Adidas Adios Pro Evo 3“, der mit seinen nur 97 Gramm ein wahres Federgewicht ist – 30 Prozent leichter als sein Vorgänger. Der Schuh verfügt über einen Carbonrahmen für mehr Steifigkeit und eine Sohlenhöhe von 39 Millimetern an der Ferse, die für zusätzliche Dämpfung und Energierückgabe sorgt. Die erhöhte Sprengung begünstigt den Vortrieb und reduziert die Ermüdung.
2. Der Jäger: Yomif Kejelcha aus Äthiopien drängte Sawe bis zum Schluss und sorgte für ein atemberaubendes Duell. „Yomif war sehr stark, er hat dafür gesorgt, dass ich unter zwei Stunden gelaufen bin“, lobte Sawe seinen äthiopischen Rivalen.
3. Renneinteilung: Sawe steigerte seine Geschwindigkeit in der zweiten Hälfte des Rennens kontinuierlich. Nach der Streckenhalbzeit lag er mit 60:29 Minuten zwar noch nicht auf Rekordkurs, doch in den letzten Kilometern legte er einen unglaublichen Endspurt hin. Allein die letzten 2,2 Kilometer absolvierte er in sagenhaften 5:51 Minuten.
4. Das Wetter: Die kühlen 14 Grad Celsius und die leichte Brise boten ideale Bedingungen für einen schnellen Marathon. Sawe erreichte eine durchschnittliche Kilometerzeit von 2:50 Minuten und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 21,17 km/h.
Sawe verbesserte seine eigene Bestzeit um 2:35 Minuten, obwohl es erst sein vierter Marathon war. Um dem Doping-Verdacht vorzubeugen, unterzieht er sich regelmäßigen Tests.
Bemerkenswert ist, dass der Londoner Marathon, der traditionell nicht als besonders schnelle Strecke gilt, nun den historischen Rekord beherbergt. Berlin und Chicago, die sonst für Rekordrennen bekannt sind, müssen sich in diesem Jahr geschlagen geben. Doch am 26. September in Berlin und am 11. Oktober in Chicago wird die Welt des Laufsports erneut in Atem gehalten werden. Ob die Konkurrenz Sawe’s Leistung toppen kann, bleibt abzuwarten. Die Messlatte liegt jedoch unbestreitbar hoch.
