Schüller: vom joker zum luxusproblem für wück!

Die DFB-Auswahl hat gegen Österreich einen wichtigen Schritt zur WM-Qualifikation gemacht, und Lea Schüller hatte maßgeblichen Anteil daran. Doch es ist nicht nur der Sieg, sondern die Rolle der 28-Jährigen, die derzeit für Gesprächsstoff sorgt: Sie ist der Joker, der immer dann trifft, wenn er am dringendsten gebraucht wird – und damit Bundestrainer Christian Wück vor eine heikle Frage stellt.

Die bank ist nicht mehr die bank

Noch vor wenigen Monaten schien Lea Schüller bei Manchester United in der zweiten Reihe zu verschwinden, nachdem sie bei der EM in der Startelf keine feste Rolle mehr spielte. Nicole Anyomi vom 1. FFC Frankfurt hatte ihr den Rang abgelaufen. Doch im DFB-Dress scheint sich ein Umschwung anzudeuten. Ihre Treffer als Joker in den letzten drei Länderspielen – darunter der entscheidende Ausgleichstreffer im Hinspiel gegen Österreich – zeugen von einer beeindruckenden Effizienz und mentaler Stärke.

„Jede Spielerin möchte von Anfang an spielen“, räumte Schüller in einem Interview auf dfb.de ein. „Aber ich akzeptiere diese Rolle und versuche, das Beste daraus zu machen.“ Und das tut sie mit Bravour. Ihre Kurzeinsätze werden zunehmend zu Wendepunkten, und Wück muss sich eingestehen, dass er mit einer so treffsicheren Einwechselspielerin eine wertvolle Waffe in der Hinterhand hat.

Wücks luxusproblem: wer rückt aus der startelf?

Wücks luxusproblem: wer rückt aus der startelf?

Doch der Erfolg von Schüller wirft auch Fragen auf. Kann Wück es sich leisten, auf ihre Qualitäten als Joker zu verzichten, wenn sie so zuverlässig trifft? Und was bedeutet das für die Spielerinnen, die aktuell in der Startelf stehen? Wück ließ in seiner Analyse nach dem Spiel keinen Zweifel daran, dass er nicht zufrieden mit der Leistung aller Stammspielerinnen war. „Sehr wenige“ hätten ihre „Leistungsgrenze“ erreicht, kritisierte der Bundestrainer. Das ist ein klares Signal an die Spielerinnen: Der Konkurrenzkampf ist eröffnet, und niemand ist sicher.

Die Tatsache, dass Schüller in den letzten drei Spielen als Joker traf, und ihre beeindruckende Trefferquote, sprechen für sich. Sie hat sich in diese Rolle gefunden und zeigt, dass sie auch von der Bank aus entscheidenden Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen kann. Christian Wück steht nun vor der Aufgabe, die richtige Balance zu finden und sicherzustellen, dass seine Spielerinnen wissen, dass sie sich jederzeit beweisen müssen – egal ob von Anfang an oder als Joker.